3 Milliarden Euro für die Digitalisierung deutscher Krankenhäuser

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz soll das Krankenhaussystem des Landes modernisiert werden.

von
Tammy
Lovell

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Investitionen für Krankenhäuser in Höhe von 3 Milliarden Euro für moderne Notfallkapazitäten, die Digitalisierung und die IT-Sicherheit angekündigt.

Die Mittel für Projekte zur Modernisierung des Krankenhaussystems werden über den Krankenhauszukunftsfond (KHZF) aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bereitgestellt. Damit werden 70 Prozent der Projekte abgedeckt; die verbleibenden 30 Prozent werden von den Bundesländern bzw. Krankenhausträgern finanziert, die weitere 1,3 Milliarden Euro aufbringen werden.

Förderfähige Projekte sind im Entwurf des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) festgelegt, das am 18. September 2020 vom Bundestag verabschiedet wurde und voraussichtlich nächsten Monat in Kraft treten wird. Dazu gehören Patientenportale, elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, digitales Medikationsmanagement, Maßnahmen zur IT-Sicherheit sowie sektorenübergreifende, telemedizinische Netzwerkstrukturen. Die Mittel können auch zur Einführung oder Verbesserung von Telemedizin, Robotik und Hightech-Medizin verwendet werden.

Die Krankenhausträger konnten bereits seit dem 2. September 2020 mit der Umsetzung von Vorhaben beginnen und können bis zum 31. Dezember 2021 Förderungsanträge stellen. Der Stand der Digitalisierung der Krankenhäuser wird im Juni 2021 und Juni 2023 evaluiert.

WORUM ES GEHT

Obwohl Deutschland nach den USA als zweitgrößter Gesundheitsmarkt der Welt zählt, hinkt das Land im Hinblick auf die Digitalisierung bislang hinterher. Die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung digitalisierter Gesundheitsleistungen und die Notwendigkeit zur Modernisierung des Krankenhaussystems des Landes darüber hinaus aufgezeigt.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Seit seinem Amtsantritt im März 2018 hat sich Spahn ausdrücklich für die Umgestaltung des Gesundheitswesens durch digitale Technologie ausgesprochen.

Letztes Jahr führte er das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) ein, das es Ärzten ermöglicht, für die Verschreibung digitaler Gesundheits-Apps und Online-Sprechstunden für ihre Patienten entschädigt zu werden. Ziel ist es auch, die Verwendung von Papier schrittweise abzuschaffen, indem e-Rezepte gefördert und Anreize für Ärzte geschaffen werden, elektronisch übermittelte Arztbriefe anstelle von Telefaxen zu versenden.

Anfang dieses Jahres wurde der Entwurf für ein Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) vorgelegt, das die Zugriffsrechte auf Patientendaten in der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) und in digitalen Gesundheits-Apps regeln soll.

Deutschland beabsichtigt, bis 2021 elektronische Gesundheitsakten für seine 73 Millionen gesetzlich versicherten Patienten einzuführen.

WAS GESAGT WURDE

Spahn sagte: „Wir senden das klare Signal: Deutschlands Krankenhäuser sollen stark bleiben. Wir investieren in ihre digitale Zukunft – weil wir gerade in der Pandemie erfahren haben, wie wichtig gut ausgerüstete und funktionierende Krankenhäuser sind.

Und wir spannen unseren Schutzschirm für die Kliniken weiter aus – weil wir wissen, dass einige Krankenhäuser immer noch unter den finanziellen Folgen der Pandemie leiden. So verbessern wir die Versorgung der Patienten und sorgen für mehr Sicherheit.“

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf Healthcare IT News.

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