Vereinfachte Dokumentation: App sichert klinische Patienten-Chats

Uniklinikum Frankfurt startet Pilotprojekt: Messenger-App für Kliniker dokumentiert Patienten-Chats datenschutzkonform direkt in KIS und ePA.

von
Anna
Engberg

In einem Pilotprojekt will das Universitätsklinikum Frankfurt eine in die klinischen Informationssysteme tiefenintegrierte Messenger-App erproben, mit der sich Chats zwischen den einzelnen Gesundheitsdienstleistern sowie zukünftig auch zwischen Arzt und Patient simultan in die Patientendokumentation übertragen lassen.

Dies teilte das Universitätsklinikum Frankfurt Ende Mai in einer Pressemitteilung mit.

DER HINTERGRUND

Die geplante Messenger-App ermöglicht Klinikern Textchats, Audio- und Videotelefonie nach höchsten Datenschutzstandards (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Als Plattform angelegt, überführt sie darüber hinaus alle Chats automatisch in die reguläre Patientendokumentation des Krankenhauses und ergänzt die elektronische Patientenakte (ePA).

Bei diesem Informationsaustausch werden nur behandlungsrelevante Daten erfasst und in die klinischen Informationssysteme übertragen. Dabei kommt ein ausgefeiltes Rechtemanagement zum Einsatz, welches regelt, dass die jeweiligen Anwender in ihrer Funktion und Rolle erkannt und spezifischen Chat-Gruppen zugeordnet werden.

So können sich Klinikärzte und klinische Mitarbeiter via App zukünftig von beliebigen Endgeräten, unabhängig vom Betriebssystem und Browser, über patientenrelevante Themen effizient und sicher verständigen und austauschen. Das Universitätsklinikum plant derzeit die Ausweitung der Anwendung auf weitere medizinische Bereiche.

Entwickelt wurde die App vom Uniklinikum Frankfurt in Zusammenarbeit mit Philips und dem Berliner Plattform-Spezialisten Famedly, dessen Software für die Kommunikationsplattform eingesetzt wird. Die Plattform besitzt HL7/FHIR-Schnittstellen und kann daher zukünftig nicht nur intern genutzt werden, sondern auch zum Austausch mit Patienten und ihren Angehörigen sowie externen Gesundheitsdienstleistern wie Arztpraxen, Krankenkassen und Gesundheitsämtern.

WAS GESAGT WURDE

Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Uniklinikum Frankfurt, sagte anlässlich der bevorstehenden Pilotierung: „Am Universitätsklinikum Frankfurt wollen wir die automatische Archivierung von Chat-Verläufen in unser Dokumenten-Management umsetzen, um eine zeitaufwändige Doppeldokumentation zu vermeiden. Dank einer speziellen Prozesslogik erhalten alle an der Behandlung beteiligten Personen die patientenrelevanten Informationen in Echtzeit. Durch die gleichzeitige Überführung dieser Daten in die Patientenakte entfällt eine aufwendige Nachdokumentation.“ 

Dr. Michael von Wagner, Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung, ebenfalls am Projekt beteiligt, erklärte: „Alle sensiblen Daten, mit denen wir am Universitätsklinikum Frankfurt operieren, bleiben innerhalb der eigenen Infrastruktur und werden von uns selbst kontrolliert.“

GUT ZU WISSEN

Das Messenger-Projekt ist eine Initiative des Zentrums für Digitale Gesundheitsversorgung (University Center for Digital Healthcare, UCDHC) am Uniklinikum Frankfurt, das eine zukunftsfähige, digitale Patientenversorgung vorantreibt.

Weitere Informationen finden Sie HIER

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