Digitale Daten verbessern die Versorgung von Kopfschmerzpatienten

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) launcht ein deutschlandweites Register, das sowohl die telemedizinische Versorgung von Betroffenen als auch die Forschung verbessern und vorantreiben soll.

von
Anna
Engberg

Wie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) Ende Juli bekannt gegeben hat, soll in Kürze ein deutschlandweites, digitales Kopfschmerzregister starten, das der Forschung als wissenschaftliche Datenbank dient.

Parallel dazu wird die Versorgung für Migräne- und Kopfschmerzpatienten in Deutschland durch Telemonitoring und telemedizinische Konsultationen besser ausgebaut.

DER HINTERGRUND

Für das DMKG-Projekt wurde ein Internetportal aufgesetzt, welches Kopfschmerzpatienten und Ärzte miteinander verbindet und die Gesundheitsdaten der Patienten – von der Diagnostik und bisherigen Therapie über die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen bis hin zu Vor- und Begleiterkrankungen – erfasst und systematisch bereitstellt.

Durch eine begleitende App unterstützt die DMKG Betroffene bei der Dokumentation der auftretenden Schmerzen. Mittels Telemonitoring haben die behandelnden Ärzte zudem jederzeit Einsicht in den Verlauf und können Patienten somit umfassender beraten und unmittelbarer therapieren.

Für Betroffene ist dieser digitale Kopfschmerzkalender einschließlich telemedizinischer Begleitung insofern eine große Chance, als sich dadurch Versorgungslücken schließen, hofft man bei der DMKG. Auch die Lebensqualität, die durch chronischen Kopfschmerz – ob Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerz – das Leben der Betroffenen einschränkt, soll so verbessert werden.

Ein weiterer Anwendungsbereich der so digital erfassten Daten soll die Zweitverwertung für die Forschung sein: das deutschlandweite Register wird die digitalen Daten in anonymisierter Form für wissenschaftliche Auswertungen nutzbar machen.

Das neue Kopfschmerzregister ist inzwischen als Medizinprodukt der Kasse 1 CE-zertifiziert und hat die Registrierung beim Deutschen Register Klinischer Studien abgeschlossen.

WAS GESAGT WURDE

„Klar ist, dass die Behandlung von Kopfschmerzen verbessert werden kann und muss“, stellte die Forschungsleiterin Dr. Ruth Ruscheweyh, Privatdozentin und Ärztin in der Neurologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München klar und betonte:

„Es gibt bisher viel zu wenig Daten zur Versorgungsqualität von Kopfschmerzpatient/innen in Deutschland.“

Der Präsident der DMKG, Dr. Tim Jürgens, ergänzte: „Die technische Plattform des Registers ermöglicht es uns als wissenschaftliche Fachgesellschaft erstmals, eigenständige praxisnahe Versorgungsforschung zu betreiben.“

GUT ZU WISSEN

Schon jetzt können sich bereits zertifizierte DMKG-Mitglieder für die Teilnahme an den Modulen für Migräne, Spannungskopfschmerz und Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch anmelden. Erweiterungen sollen folgen.

Für die Umsetzung des Portals nebst Register und App hat die DMKG Eigenmittel eingesetzt und Förderungen von Novartis, Teva und Lilla Deutschland erhalten.

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