Digitale Tools für Medizinstudenten

Die Charité Universitätsmedizin Berlin revolutioniert ihre Lehre mittels Augmented Reality, Blended Learning und weiteren digitalen Innovationen.

von
Anna
Engberg

2,9 Mio. Euro fließen seitens der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ über die nächsten drei Jahre in den Ausbau und die Erneuerung von Lehrmethoden an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Zur neuen Didaktik gehören u.a. Augmented Reality, Blended Learning sowie weitere virtuelle Lernstrategien.

DER HINTERGRUND

Die Gesundheitsversorgung entwickelt sich weiter und macht sich mittels Digitalisierung fit für die Zukunft: auch in der medizinischen Lehre dürfen digitale Innovationen nicht fehlen.

Die Charité geht jetzt mit ihrem geförderten Projekt „Handlungs- und Entscheidungskompetenz Digital Stärken“, kurz HEDS, in die Offensive. Insbesondere bei der Entwicklung klinischer Entscheidungskompetenz sollen die digitalen Formate zukünftig gezielt unterstützen:

„Blendet Learning“ beschreibt dabei das Verschmelzen von Präsenz- und Online-Unterricht: So durchlaufen die Studierenden in Online-Szenarien klinische Fallbeispiele, die von der Erfassung der Symptome über die Diagnose bis zur Therapieentscheidung reichen – und können hierüber ihre getroffenen Entscheidungen evaluieren lassen.

Durch Nachbesprechung der virtuellen Übungen in der Klinik vor Ort soll die Entscheidungskompetenz besser trainiert werden können als bisher möglich, hofft man an der Charité.

Auch „Augmented Reality“ ist ein Thema bei HEDS: Für die Intensivstation und die Neugeborenenstation werden aktuell Datenbrillen entwickelt: so kann der Dozent am Patientenbett erklären, während die Studierenden von diesem räumlich getrennt sind.

In digitalen Mappen, sogenannten e-Portfolios, werden der Lernstand und die Leistungen der Studierenden dokumentiert, um die Kontinuität im Lernprozess zu unterstützen und Wissenslücken zeitnah zu schließen, wie die Dozenten an der Charité betonen.

WAS GESAGT WURDE

Prof. Dr. Geraldine Rauch, Prodekanin für Studium und Lehre mit lebens- und gesundheitswissenschaftlichem Schwerpunkt der Charité und HEDS-Projektleiterin, erklärte: „In Zukunft werden wir nicht nur neue Berufsbilder brauchen, sondern auch neue Kompetenzen, insbesondere in der Digitalisierung und der Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Professionen. (Das Projekt) HEDS ist ein wichtiger Baustein, mit dem wir unsere Studierenden darauf bestmöglich vorbereiten wollen.“

Alle Studiengänge (Humanmedizin, Zahnmedizin, Hebammenwissenschaft, Pflegewissenschaft) folgen demselben Konzept“, sagte Prof. Dr. Harm Peters, Leiter des Dieter Scheffner Fachzentrums für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung (DSFZ) an der Charité und stellvertretender Leiter des HEDS-Projekts: „So ermöglichen wir es, dass in diesen Behandlungsteams ein einheitliches Verständnis und Herangehen in der klinischen Entscheidungsfindung entsteht. Und auch inhaltlich werden wir bei der Erarbeitung der Online-Szenarien die interprofessionelle Zusammenarbeit besonders in den Fokus nehmen.“ 

GUT ZU WISSEN

Die Förderung von HEDS ist die erste im Rahmen der Förderbekanntmachung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“, welche öffentliche Mittel für das, nicht zuletzt durch COVID-19 zunehmend digitalisierte Lehren und Lernen bereitstellt.

Die Charité Universitätsmedizin Berlin ist die gemeinsame medizinische Fakultät von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin. Sie gehört zu den größten medizinischen Fakultäten in Deutschland und bildet derzeit mehr als 8.600 Studierende in Human- und Zahnmedizin sowie Gesundheitswissenschaften und Pflege aus.

Ab dem Wintersemester 2021/2022 kommt der Studiengang Hebammenwissenschaft neu hinzu. Darüber hinaus bietet die Charité 577 Ausbildungsplätze in 10 Gesundheitsberufen an.

Weitere Informationen finden Sie HIER

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