FOKO 2021: Mutterpass wird digital

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hat auf der virtuellen FOKO 2021 über die geplanten Erweiterungen der elektronischen Patientenakte (ePA) berichtet.

von
Anna
Engberg

Ab 2022 soll es einen digitalen Mutterpass in Deutschland geben, der die Untersuchungen und Befunde während der Schwangerschaft elektronisch dokumentiert.

Dies teilte der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Anfang März in einer Pressemitteilung mit.

DER HINTERGRUND

Im Dezember 2020 informierte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) über geplante Erweiterungen der elektronischen Patientenakte (ePA) um ein digitales Kinder-Untersuchungsheft und einen digitalen Mutterpass.

Auf der FOKO, dem jährlichen Fortbildungskongress für Frauenärzte in Deutschland, der vom 9. bis 12. März 2021 erstmals virtuell stattfand, wurde letzterer nun genauer vorgestellt.

Statt einer Papierversion in Heftform soll ab 2022 alternativ ein digitaler Mutterpass angeboten werden. Die Daten der Patientinnen werden dabei in einer datenschutzkonformen Cloud der Telematik-Infrastruktur (TI) gesichert und können durch diese am Handy und PC eingesehen werden.

Die Datenhoheit obliegt dabei den Schwangeren, welche darüber entscheiden können, ob ihre Befunddaten mit anderen Gesundheitsdienstleistern außer dem behandelnden Gynäkologen und der Geburtshilfe geteilt werden sollen.

Die Informationen aus dem Mutterpass können bei Bedarf ebenso wie die Daten aus den übrigens MIOs (medizinischen Informationsobjekten) sektorenübergreifend ausgetauscht werden.

WAS GESAGT WURDE

Der Geschäftsführer der kv.digital GmbH der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Florian Fuhrmann sagte anlässlich der Neuerung: „Die Schwangere kann ihre elektronische Patientenakte und den elektronischen Mutterpass ansehen und lesen, aber nicht verändern.“

„Einer der Vorteile für die Schwangere ist, dass der Mutterpass weder vergessen werden noch verloren gehen kann, aber auch jederzeit verfügbar ist“, betonte er.

Bereits im Dezember 2020 sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen: „Mit Mutterpass und U-Heft haben wir nun zwei weitere wichtige Papierdokumente digitalisiert. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und pünktlich alle vier geforderten MIOs für die ePA abgeliefert.“

GUT ZU WISSEN

Der Mutterpass in Papierform wurde 1961, vor genau 60 Jahren, in Deutschland eingeführt. Seit 1968 sind Ärzte sogar gesetzlich dazu verpflichtet, diesen ihren gesetzlich versicherten Patientinnen auszustellen.

Die Umsetzung der digitalen Variante wird laut der KBV im 1. Quartal 2022 erwartet.

Weitere Informationen finden Sie HIER

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