Krankenpflege 2.0 - Die digitale Transformation im Pflegesektor

Healthcare IT News sprach mit Krankenpflege- und Informatik-Experten, um herauszufinden, wie Krankenpfleger und -pflegerinnen die digitale Transformation des Gesundheitswesens konkret vorangetrieben haben.

Digitale Innovationen werden für die klinische Praxis immer wichtiger, nicht nur als Instrument für das Personalmanagement, sondern auch als Basis dafür, wie Krankenpflege ausgeübt und bereitgestellt wird. Healthcare IT News hat mit Hana Abu Sharib, Leiterin für Krankenpflege und Informatik für das Gesundheitswesen in Abu Dhabi, und Dr. Kaija Saranto, Professorin für Gesundheitsinformatik an der Universität Ostfinnland, gesprochen, um herauszufinden, wie Krankenpflegende und Hebammen die digitale Transformation vorantreiben.

Krankenpfleger und -pflegerinnen sowie Hebammen kommt eine Schlüsselrolle bei der Führung der Digital- und Informatikbranche zur Verbesserung der Patientenversorgung zu, insbesondere da nun, angesichts von COVID-19, die Qualität der digitalen Versorgung im Gesundheitswesen an erster Stelle steht und mehr denn je unter die Lupe genommen wurde. Im September werden sie auf der europäischen digitalen Veranstaltung HIMSS & Health 2.0 in der Sitzung „Nurses 2.0“ zu Gast sein und über einige dieser Schlüsselthemen ausführlicher sprechen.

„Während der Pandemie waren die Informatik-Teams der Krankenpfleger und -pflegerinnen an Schulungen für verschiedene EPA-Anwendungen und Geräte für das Umschalten der Pflegeeinstellungen (Notaufnahme-ambulant-stationär) beteiligt, basierend auf den betrieblichen Anforderungen. Sie waren auch sehr aktiv an der Erstellung der Eingabeformulare für die Krankenpflege und der Bewältigung des Anstiegs der Patientenanzahl während der Krise beteiligt. Aus Datenperspektive haben sie die Berichte und das Dashboard validiert“, erklärte Abu Sharib.  

Saranto fügte hinzu: „Die Dokumentation ist wichtiger geworden, und eine Vielzahl mobiler Anwendungen wurde getestet und teilweise implementiert, um den Ausbruch des Virus zu kontrollieren. Ich gehe davon aus, dass sowohl Krankenpfleger- und -pflegerinnen als auch Hebammen unter starkem Druck gearbeitet haben, um Sicherheit und Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten.“ 

Mit dem jüngsten Wachstum der Digitalisierung führen Krankenpfleger und -pflegerinnen und Hebammen weiterhin die digitale Transformation an und nutzen Informatik, um die Patientenversorgung zu verbessern.

Saranto sagte: „Der wichtigste oder effektivste Schlüssel zum Erfolg ist Bildung. Ich glaube, dass es weiterhin viele Krankenpfleger- und -pflegerinnen gibt, die nicht über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um Werkzeuge der Gesundheitsinformationstechnologie einzusetzen. Krankenpflege- und Hebammenprogramme haben die Gesundheitsinformatik in ihre Lehrpläne integriert, somit sind die Neueinsteiger gut vorbereitet, die über 40-Jährigen bleiben jedoch zurück. Daher ist eine Fortbildung dringend erforderlich.“

Krankenpfleger und -pflegerinnen und Hebammen erkennen demnach heute die Bedeutung der digitalen Transformation und den Wert der Aus- und Weiterbildung in der Gesundheitsinformatik an. Abu Sharib kommentierte: „Das Niveau von ausgebildetem Pflegepersonal und die speziellen Rollen der Pflegeinformatik werden von vielen Krankenpflegern und -pflegerinnen übernommen und bezüglich vieler Anforderungen an die klinische Dokumentation oder die Übernahme von Technologien angesprochen, da sie fortgeschrittene Kenntnisse auf diesem Gebiet haben. Die Krankenpflegeinformatik wird jetzt als eines der von der Geschäftsleitung anerkannten Fachgebiete der Krankenpflege eingestuft.“

In Finnland trägt die Technologie dazu bei, die Gesundheitsversorgung in die Häuser der alternden Bevölkerung zu bringen, und die Krankenpflege wurde daher in den Vordergrund dieser ambulanten Versorgung gerückt. Finnland hat kürzlich ein nationales Informationssystem namens Kanta eingeführt, das elektronische Rezepte, ein Patientendatenarchiv und ein Online-System umfasst, mit dem Patienten ihre Gesundheitsinformationen einsehen können.

Saranto erklärte: „Die Situation in Finnland ist teilweise einfach, aber auch kompliziert, da wir bereits eine 100-prozentige EGA-Abdeckung im Land haben. Die Umstellung von einem elektronischen System zum anderen birgt daher viele Herausforderungen, um die Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass das neue System besser ist. Der alte Weg war also eine schrittweise Implementierung, und jetzt sind wir zu Implementierungen in einem Zug übergegangen.“

Wie Saranto betonte, sei es auch deshalb wichtig, Krankenpfleger und -pflegerinnen einzubeziehen, um die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe zu optimieren: „Unabhängig vom Modell sollten Hebammen, Krankenpfleger und -pflegerinnen von Anfang an einbezogen werden, die Zusammenarbeit zwischen allen Expertengruppen ist immens wichtig.“

„Zu oft werden Krankenpfleger- und pflegerinnen und Hebammen zu spät eingeladen, um an Projekten teilzunehmen. Dies führt häufig zu Missverständnissen und vernachlässigt das Verhältnis von Informationsfluss und Arbeitsprozessen. Ich glaube, dass die Teilnahme an HIT-Projekten auch die Fähigkeiten der Gesundheitsinformatik (HI) fördern wird, da der Bedarf an Bildung real und mit der täglichen Praxis verbunden ist.“

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Erfahren Sie mehr auf dem HIMSS & Health 2.0 European Digital Event, das vom 7. bis 11. September 2020 stattfindet. 


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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Sara Mageit, erschienen auf Healthcare IT News.

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