Männergesundheit: Die unsichtbare Ungleichheit

Weltweit sterben Männer etwa fünf Jahre früher als Frauen. Auf die Gesundheit von Männern und die gesundheitliche Ungleichheit, die Männer erleben, wird jedoch von politischen Entscheidungsträgern wenig Fokus gelegt, sagt Prof. Sam Shah, Chief Medical Strategy Officer bei Numan Health.

Über den Autor: Prof. Sam Shah ist ein globaler Digitalberater, ehemaliger Direktor für digitale Transformation beim NHS (Britischer Staatlicher Gesundheitsdienst) und derzeit Chief Medical Strategy Officer bei Numan Health.

Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass drei von vier Männern nicht zum Arzt gehen, wenn etwas nicht stimmt. Männer leiden häufiger an Krebs, Herzerkrankungen und werden übergewichtig. Sie sind anfälliger für Rauchen, Trinken und Drogenmissbrauch. Weltweit ist es um die Gesundheitsfolgen und die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten bei Männern schlechter bestellt als bei Frauen. Diese geschlechtsspezifische Ungleichheit findet wenig Beachtung, obwohl in aufeinanderfolgenden Berichten hervorgehoben wurde, dass die Lebenserwartung bei Frauen bei der Geburt tendenziell höher ist als bei Männern. In den letzten 40 Jahren deuten globale Daten darauf hin, dass sich die Kluft in der Lebenserwartung bei der Geburt zwischen Männern und Frauen vergrößert hat.

Die Gründe für solche Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind vielfältig. Die Überprüfung der sozialen Einflussfaktoren auf die Gesundheit durch die WHO Europe unter dem Vorsitz von Sir Michael Marmot liefert Hinweise darauf, wieso diese Unterschiede bestehen. Ein höheres Maß an beruflich bedingtem Kontakt zu physischen und chemischen Gefahren, Verhaltensweisen im Zusammenhang mit männlicher Risiko- und Abenteuerbereitschaft, Paradigmen des Gesundheitsverhaltens im Zusammenhang mit Männlichkeit und die geringere Wahrscheinlichkeit, dass Männer einen Arzt aufsuchen, wenn sie krank sind, könnten Faktoren dafür sein. Überlegt wurde auch, ob Männer mit geringerer Wahrscheinlichkeit über Krankheitssymptome berichten, wenn sie einen Arzt aufsuchen. Frühere Studien zeigen zudem, dass Frauen häufiger als Männer Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen.

Die Bedeutung eines benutzerzentrierten Designs

Die Bekämpfung gesundheitlicher Ungleichheiten erfordert eine Konzentration auf die Gesundheitsbedürfnisse beider Geschlechter. Die Dienste müssen so konzipiert sein, dass sie den spezifischen Bedürfnissen beider Gruppen entsprechen. Dies ist im Rahmen aller Bemühungen zur Bekämpfung der Krankheitswelle von nicht übertragbaren Krankheiten, von denen Männer mutmaßlich häufiger als Frauen und  vor allem in jüngeren Jahren betroffen sind, von wesentlicher Bedeutung. In einigen Teilen der Welt haben Gesundheitssysteme erheblich höhere Kosten im Zusammenhang mit der Sterblichkeit von Männern, häufig aufgrund des späten Arztbesuchs.

Die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern sowie die Veränderung der Art und Weise, wie Männlichkeit wahrgenommen wird, sind Teil des Ansatzes zur Beseitigung des Unterschieds der Krankheitsausgänge. Die Schaffung gezielter Gesundheitsdienste und die Bereitstellung maßgeschneiderter Präventionsbotschaften für Männer ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie zur Verbesserung der Krankheitsausgänge bei Männern. Erkenntnisse aus Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit haben gezeigt, dass die mit öffentlichen Gesundheitsprogrammen verbundenen Orte wie Fußballvereine und Sportveranstaltungen gute Auswirkungen haben.

Männergesundheit ist ein Überbegriff und deckt das gesamte Spektrum von Erkrankungen, biologischen Systemen und Behandlungsprogrammen ab, die Männer betreffen. Die Online-Gesundheit hat einige Behandlungsmöglichkeiten eröffnet und zugänglicher gemacht. Beispielsweise ist die Behandlung von erektiler Dysfunktion sowohl durch Arzneimittelentwicklungen als auch durch Telemedizin zugänglicher geworden. Auch für andere Erkrankungen, wie z. B. Haarausfall bei Männern, ist es dank digitaler Kanäle leichter eine Behandlung zu erhalten. Neben diesen bekannteren Erkrankungen und Behandlungen entwickeln sich weitere, insbesondere für die psychische und sexuelle Gesundheit und Fruchtbarkeit. Numan und andere Anbieter digitaler Gesundheit haben eine Reihe von Diensten geschaffen, um den Bedürfnissen von Männern gerecht zu werden und diese häufigen Erkrankungen zu bekämpfen.

Es gibt eine Reihe von Start-Ups, die Technologien entwickeln, um die männliche Fruchtbarkeit zu optimieren. Dies ist ein Bereich, der von Männern oft vernachlässigt wird, aber weltweit ein immer größeres Problem darstellt. Der innovative Einsatz von Technologie hilft dabei, die spezifische Risikogruppe durch Diagnosen im Selbstmanagement mit Hilfe eines Smart Device zu identifizieren. Hier sind Unternehmen wie ExSeed führend. Der gleiche Ansatz wird bei Männern mit hohem Blutdruck angewendet, die häufig nicht für die Untersuchung des Urins auf das Verhältnis Albumin auf Kreatin (ACR) zum Arzt gehen. Hier tragen Healthy.io und intelligente Technologie dazu bei, den Zugang und die Benutzererfahrung zu verbessern, vor allem aber die Krankheitsausgänge von Risikopatienten zu verbessern. Dies ist jedoch noch nicht alles. Der Trend in Richtung Connected Devices trägt dazu bei, bessere Möglichkeiten zum Selbstmanagement bei Diabetes, Asthma und Bluthochdruck zu schaffen.

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Prof. Sam Shah, erschienen auf MobiHealthNews.

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