Mehr Gelder für Robotik und MedTech

Mehr als 4 Milliarden Euro sollen nach dem Krankenhauszukunftsgesetz in die Modernisierung der deutschen Krankenhäuser fließen. Der BVMed fordert jetzt, die Investitionen in nachhaltige, relevante Zukunftstechnologien zu lenken.

von
Anna
Engberg

In einer Stellungnahme hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) den Entwurf des neuen Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) kommentiert.

Konkret spricht sich der Verband dafür aus, dass bei dem geplanten Investitionsprogramm verstärkt zukunftsfähige Medizintechnologien gefördert werden sollen und fordert einen eigenen Budgetanteil für robotische Systeme.

DER HINTERGRUND

Das von der Bundesregierung im Konjunkturpaket bereits beschlossene Krankenhauszukunftsgesetz (KZHG) für die Digitalisierung von Krankenhäusern, das voraussichtlich im Oktober in Kraft tritt, stellt die gesetzliche Grundlage für ein umfassendes Investitionsprogramm dar, mit dem der Bund der deutschen Krankenhauslandschaft in Kürze 3 Milliarden Euro bereitstellen will.

Auch die Bundesländer sollen sich beteiligen und Fördermittel in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in die Modernisierung der deutschen Gesundheitsversorgung investieren. Insbesondere sollen mit den Geldern moderne Notfallkapazitäten und digitale Infrastrukturen auf- und ausgebaut werden.

Seit dem 2. September 2020 und noch bis zum Jahresende können sich sowohl einzelne Länder als auch länderübergreifende Projekte um eine Förderung bewerben.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Als wirtschaftliche Interessenvertretung von Industrie- und Handelsunternehmen aus dem Bereich Medizinprodukte und Medizintechnik hat der BVMed jetzt Position zu dem geplanten Förderprogramm bezogen:

Dem Verband nach gilt es, durch eine klare Orientierung „die Förderrichtung für die Bundesländer stärker zu harmonisieren und auf relevante Zukunftstechnologien auszurichten.“ So könne zeitnah ein Mehrwert für Arzt und Patienten geschaffen werden.

Zudem sprach sich der BVMed für ein Gutachten aus, um die Qualität auch auf Ergebnisebene sicherzustellen.

WAS GESAGT WURDE

„Es muss um eine konsequente Patientenperspektive, um Lebensqualität, um Faktoren wie Mobilität nach chirurgischen Eingriffen gehen“, heißt es in dem Positionspapier.

In diesem Sinne erklärte der BVMed auch, es reiche „nicht aus, den Digitalisierungsgrad in Krankenhäusern alleine zu messen. Man muss auch dessen Effekte auf die Verbesserung der Patientenversorgung miteinbeziehen“.

Dazu gehören nach Ansicht des Verbands robotische Assistenzsysteme im OP sowie digitalisierte Navigations- und OP-Prozessssysteme. Sie seien „eine tragende Säule für eine fortschrittliche, sichere und patientenschonende Behandlung.“

Deshalb, so heißt es in der Stellungnahme, sei ein spezifischer, zweckgebundener Budgetanteil für Robotik bei den geplanten Investitionen ebenso sinnvoll wie die Förderung von KI-Systemen und konventionellen Medizinprodukten.

So heißt es beim BVMed: „Gerade in der Notfallversorgung fehlen auf Grund des Investitionsstaus notwendige Materialien komplett, sind nicht ausreichend vorhanden oder veraltet.“

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