Mehr Interesse an digitaler Gesundheit

DiGA, E-Rezept, ePA & Co: Neue Bitkom Umfragen geben Aufschluss über die deutsche Sichtweise auf die jüngsten Digital Health Trends.

von
Anna
Engberg

Der Digitalverband Bitkom hat zwei neue Umfragen veröffentlicht, welche die deutsche Sichtweise auf die jüngsten Entwicklungen im Digital-Health-Markt repräsentativ widerspiegeln.

Demnach ist das Interesse an digitalen Gesundheitsangeboten in diesem Jahr deutlich gestiegen.

DER HINTERGRUND

Bitkom Research befragte im Mai und Juli 2021 jeweils knapp über 1000 Deutsche zum digitalen Impfpass und zur digitalen Gesundheitsversorgung allgemein.

Besonders großen Interessenzuwachs verzeichnete in den Umfragen der digitale Impfpass: nicht zuletzt durch die Pandemie und die vielfältigen Auflagen und Beschränkungen bei Reisen, Mobilität und öffentlichem Leben gaben 41 Prozent der Deutschen an, sich den digitalen Impfpass besorgen zu wollen. Weitere 44 Prozent nutzten ihn zum Zeitpunkt der Umfrage bereits auf dem eigenen oder einem fremden Smartphone. Nur 12 Prozent der Deutschen will der Bitkom-Studie zufolge keinen digitalen Impfausweis anwenden.

Weitgehend gut angenommen wird auch das E-Rezept, das derzeit noch erprobt und ab Jahresbeginn 2022 bundesweit nutzbar wird: knapp 60 Prozent der Deutschen wollen die digitale Rezeptübermittlung per QR-Code in Zukunft nutzen.

Die seit Jahresbeginn 2021 durch die Krankenkassen bereitgestellten, elektronischen Patientenakten, kurz ePA, haben bislang nur 0,2 Prozent der Deutschen tatsächlich im Gebrauch, was an fehlenden Funktionalitäten liegen mag. Dennoch sind zwei Drittel (66 Prozent) einer ePA-Nutzung gegenüber aufgeschlossen und sehen darin viele Vorteile wie den Befund- und Datenaustausch mit und zwischen den Gesundheitsversorgern.

Die Videosprechstunde wird den Bitkom-Umfragen zufolge von inzwischen 14 Prozent der deutschen Bevölkerung genutzt: ihre Nutzungsrate ist damit leicht angestiegen: um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 9 Prozent gegenüber 2019. Die Gruppe der 50- bis 65-Jährigen nutzte die Videosprechstunde mit 22 Prozent am häufigsten.

Weitgehend aufgeschlossen sind die Deutschen auch gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, welche deutsche Ärzte seit Herbst 2020 verschreiben können: mehr als die Hälfte (51 Prozent) würden „Apps auf Rezept“ nutzen, wenngleich nur wenige sie bereits getestet haben. 45 Prozent der Befragten halten die zertifizierten Gesundheitsapps als Therapiemittel jedoch nicht für geeignet.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Die Bitkom-Studien zeigten darüber hinaus auf, dass den Deutschen die Bedeutung von Digitalisierung im Gesundheitswesen in den vergangenen 18 Monaten klarer geworden ist: rund drei Viertel bestätigten dies und gaben an, dass sich durch digitale Technologien öffentliche Gesundheitskrisen wie die Corona-Pandemie besser bewältigen ließen.

Weitere 71 Prozent der Befragten forderten darüber hinaus den Ausbau der digitalen Gesundheit. Insbesondere beim Datenaustausch der Gesundheitsämter während der Infektionswellen sei ein Aufholbedarf erkennbar geworden, konstatierte die Studie.

WAS GESAGT WURDE

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer bei Bitkom, sagte zu den Umfrage-Ergebnissen: „Mit der Einführung des digitalen Impfnachweises rechtzeitig vor den Sommerferien hat die Bundesregierung doch noch einen digitalen Sprint hingelegt. Er hilft Reisenden, Restaurantbesuchern oder auch Berufstätigen, wieder in den Alltag zurückzukehren. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie digitale Tools die Menschen in der Pandemie ganz praktisch unterstützen können.“

Gleichzeitig machte er auf die ePA als Kernstück der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen aufmerksam: „Mit ihr erhalten die Versicherten einen schnellen Zugriff auf ihre medizinischen Daten, Diagnosen und bald auch ihren Impfpass. Sie werden dadurch informierter und souveräner“

Rohleder appellierte an die Versorger: „Ärztinnen und Ärzte sollten jetzt aktiv auf die Vorteile der ePa hinweisen. Neben der technischen Ausstattung braucht es dafür ein digitales Mindset: Offenheit gegenüber der Digitalisierung und die Bereitschaft, die neuen technischen Möglichkeiten aktiv zu nutzen.“

GUT ZU WISSEN

Bitkom Research befragt die deutsche Bevölkerung regelmäßig im Auftrag des Bitkom Digitalverbands zu ihren Einstellungen bezüglich der digitalisierten Gesundheitsversorgung.

Die Ergebnisse der diesjährigen Bitkom-Umfragen 2021 werden hier zusammenfassend dargestellt.

Weitere Informationen finden Sie HIER

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