Großes Potenzial für App-Entwickler auf dem deutschen Gesundheitsmarkt

In ihrem jüngsten Webinar hat die Germany Trade & Invest (GTAI) untersucht, wie die steigende Nachfrage nach digitalen Gesundheits-Apps, regulatorischen Änderungen und ein neuartiges „Fast-Track-Programm“ den deutschen Gesundheitsmarkt zugänglicher und interessanter für Innovatoren der Gesundheitstechnologie gemacht haben.

Laut einer Studie, die im vergangenen Jahr von der Beratungsfirma Roland Berger durchgeführt wurde, könnte der deutsche digitale Gesundheitsmarkt in den kommenden Jahren exponentiell wachsen. Bis 2025 könnte der Sektor ein Volumen von 38 Milliarden Euro erreichen, prognostizierte Julia Pietsch, Expertin für digitale Gesundheit bei der Germany Trade & Invest (GTAI).

Die GTAI ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, die kürzlich ein Webinar mit dem Titel „International Market Insights: Germany – Digital Care Act, Market Trends & Opportunities“ veranstaltet hat. An dem Event nahm auch Julia Hagen, Direktorin für Regulierung und Politik vom Health Innovation Hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit, teil.

Gesetzesänderungen, die im kürzlich verabschiedeten Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) vorgenommen wurden, haben Digitale Gesundheitsanwendungen, sogenannte DiGA, zu einem verlockenden Markt gemacht, fügte Pietsch hinzu. Etliche Experten hoben darüber hinaus hervor, dass Deutschland mit der größten betagten Bevölkerung in Europa und der zweitgrößten in der Welt – und einer hohen Zahl von Menschen mit chronischen und multiplen Krankheiten, die zu Hause und/oder stationär versorgt werden müssen – kreative, gesundheitstechnologische Lösungen benötigt.

SCHNELLER MARKTZUGANG

Das Digitale-Versorgung-Gesetz schaffe „einen völlig neuen Rahmen“, der es Ärzten ermöglicht, medizinische Apps und andere Anwendungen zu verschreiben, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, betonte Hagen. Zugleich würden Anwendungen schnell in die Regelversorgung überführt.

Ärzte in Deutschland werden voraussichtlich die ersten digitalen Gesundheitsanwendungen verschreiben, erklärte Hagen. Patienten dürften bereits im August oder September davon profitieren. Apps können Patienten auch verschrieben werden, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Hagen erwähnte auch einen 2016 in Deutschland eingerichteten Innovationsfonds zur Förderung neuer und innovativer Versorgungsmethoden und zur Unterstützung von Forschungsprojekten in der Versorgung, die noch nicht Teil der Regelversorgung oder der gesetzlichen Versorgung sind. Die Initiative sollte bis 2024 verlängert werden, wobei 200 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung stünden.

„Krankenkassen können die bedarfsgerechte und patientenorientierte Entwicklung digitaler Innovationen unterstützen“, erklärte Pietsch und betonte die Geschäftsmöglichkeiten für Health-Tech-Innovatoren.

LEICHTERER ZUGANG ZU FORSCHUNGSDATEN

Das neue Gesetz, so Pietsch weiter, bedeute nicht nur, dass bis 2021 jeder Versicherte in Deutschland Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte haben werde, sondern auch, dass Telekonsultationen gefördert würden.

Darüber hinaus hätten Forscher einen besseren Zugang zu Patientendaten.

„Das Gesetz verpflichtet die gesetzlichen Krankenkassen, anonymisierte demographische Daten und Gesundheitsdaten der Mitglieder an eine zentrale Datenbank zu übermitteln. Forschungseinrichtungen und Universitäten können diese Daten dann zu Forschungszwecken anfordern“, sagte Pietsch.

Weitere Informationen finden Sie in der vollständigen Aufzeichnung des Webinars, die hier verfügbar ist.

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels der Germany Trade & Invest (GTAI), erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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