Früherkennung: Schlaganfall im Schlaf

Beim 7. Ideenwettbewerb der Spitzenforscher wurde ein Forschungsprojekt ausgezeichnet, das mittels KI-Technologie die präventive Früherkennung von akutem Schlaganfall unterstützt.

von
Anna
Engberg

Wie das Berlin Institute of Health (BIH) in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat, wurde beim 7. Ideenwettbewerb „Forum Junge Spitzenforscher“ ein KI-gestütztes Projekt zur Früherkennung von Schlaganfällen im Schlaf ausgezeichnet.

DER HINTERGRUND

Bei der mit 10.000 Euro Preisgeld ausgezeichneten Projektidee geht es um die verbesserten Heilungschancen bei akutem Schlaganfall durch präventive Maßnahmen: Bei rund einem Fünftel aller Fälle hierzulande tritt der Schlaganfall symptomlos und unbemerkt im Schlaf auf.

Um dies zu erkennen, soll mittels nicht-invasiver Bewegungsüberwachung im Schlaf zukünftig eine Echtzeiterkennung erfolgen, die mittels KI auf schlaganfalltypische Anzeichen analysiert wird. Die Notfallalarmierung beim Rettungsdienst erfolgt automatisiert.

Wie die Forscher betonten, steigen bei einem akuten Schlaganfall durch die zeitnahe Erkennung und Behandlung die Chancen für eine vollständige Heilung signifikant an und dauerhafte Behinderungen können vermieden werden.

Die KI-gestützte Schlaganfallfrüherkennung ist ein Projekt der Forschungsgruppe um Dr. Ludwig Schlemm, Privatdozent und Facharzt für Neurologie sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité Berlin.

Schlemm nimmt auch am BIH Clinician Scientist Programm teil, einer Facharztausbildung mit translationaler Ausrichtung, die darauf abzielt, wissenschaftliche Forschungsergebnisse in die Anwendung zu bringen.

WAS GESAGT WURDE

Projektleiter Dr. Ludwig Schlemm sagte anlässlich der Auszeichnung: „Veröffentlichte Daten zeigen (…), dass sich die Bewegungsprofile von Schlaganfallpatienten signifikant von denen von Gesunden unterscheiden. Wir wollen diese Ergebnisse weiterentwickeln und mittels moderner Machine-Learning-Methoden für das klinische Problem der Schlaganfallfrüherkennung nutzbar machen.“ 

GUT ZU WISSEN

Der Ideenwettbewerb 2020 richtete sich an junge Forscher aus Berlin, die sich mit den Grundlagen der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung befassen. Im Fokus standen dabei die Kernfragen, wie sich KI auf unsere Lebenswelt auswirkt und wie wir uns und unsere Daten in einer von KI und Maschinellem Lernen geprägten Umgebung schützen.

Erstmals fand der Wettbewerb in Form einer interaktiven 3D-Umgebung mit Avataren statt. Ausgerichtet wurde der Forschungswettbewerb vom BIH in Kooperation mit der Freien Universität (FU) Berlin, der Humboldt-Universität Berlin, der Technischen Universität (TU) Berlin und der Charité Universitätsmedizin.

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