Chronischer Schmerz: bei 50 Prozent der Demenz-Patienten unentdeckt

Die Schmerzbewertungs-App PainChek hat anlässlich des Welt-Alzheimertags einen neuen Bericht über andauernde chronische Schmerzen und Demenz veröffentlicht. Die Ergebnisse könnten auch für den deutschsprachigen Raum von Nutzen sein.

Das in Australien ansässige Unternehmen PainChek, das Schmerzen mittels künstlicher Intelligenz (KI) bewertet, arbeitet daran, das Bewusstsein für die Bedeutung einer wirksamen Schmerzbewertung bei Menschen mit Demenz zu schärfen.

Das KI-Technologieunternehmen hat einen neuen Bericht mit dem Titel „Schmerz und Demenz: Gemeinsame Herausforderungen für Pflegemanager“ veröffentlicht, der die Beziehung zwischen Schmerzen und Demenz untersucht.

Der Bericht erforscht auch, wie Schmerzen das Verhalten von Menschen mit Demenz beeinflussen, sowie die zentralen Probleme bei der Beurteilung von Schmerzen und wie sich diese überwinden lassen.

WORUM ES GEHT

Eine Studie des Gesundheitsministeriums ergab, dass von den 180.000 Antipsychotika-Rezepten für Demenz-Erkrankte, die in Großbritannien verschrieben wurden, fast 80 Prozent, d.h. rund 140.000 Rezepte, unangemessen waren.

„Mindestens 50 Prozent der Menschen mit Demenz in den 18.000 Pflege- und Wohnheimen in Großbritannien leiden regelmäßig unter Schmerzen“, erklärte Prof. Jeff Hughes, wissenschaftlicher Leiter bei PainChek.

„Demenz betrifft rund 850.000 Menschen in Großbritannien und ist die häufigste Todesursache des Landes. Derzeit leiden rund 70 Prozent der Einwohner von Pflegeheimen an Demenz oder Gedächtnisproblemen. 80 Prozent von ihnen leiden zu einem Zeitpunkt unter Schmerzen, und 50 Prozent leiden unter anhaltenden Schmerzen“, fügte Hughes hinzu.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Im August hat PainChek jetzt eine neue Technologie zur Gesichtsanalyse in Großbritannien auf den Markt gebracht, die es Pflegepersonal und Ärzten ermöglicht, Schmerzen bei demenzkranken Patienten, die Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben, zu erkennen und zu behandeln.

Bereits letztes Jahr schloss PainChek eine Partnerschaft mit Ward MM, um auf dem australischen Markt für Altenpflegeprodukte in Privathaushalten einen nationalen Test für seine Software zur Schmerzbewertung durchzuführen. Außerdem erhielt PainChek einen Zuschuss in Höhe von 5 Mio. AUD für die nationale Testversion seiner App.

Die Schmerzerkennungs-App hat ein US-Patent für seine Innovation in der Schmerzbewertung erhalten.

WAS GESAGT WURDE

Hughes sagte: „Bei Demenzpatienten, die ihre Schmerzen nicht mitteilen können, können komplexe bis subtile Verhaltensänderungen wie Unruhe, Veränderungen der Körpersprache, der Sprech- und Schlafgewohnheiten, des Appetits und des Gesichtsausdrucks auftreten, die allesamt auf das Vorhandensein von Schmerzen hinweisen.

„Viele Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu verständigen, und sind daher häufig nicht in der Lage, ihre Schmerzen verbal auszudrücken. Dies kann zur Entstehung von Verhaltensweisen und psychologischen Symptomen wie Aggression, Unruhe, Verlust von Hemmungen und Angst führen, die allzu oft der Alzheimer-Krankheit oder anderen Demenzen zugeschrieben und nicht als Indikator für Schmerzen angesehen werden.“

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Sara Mageit, erschienen auf MobiHealthNews.

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