Verschreibungsfähig: Die ersten Apps auf Rezept

Mit den Apps kalmeda und velibra eröffnet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seine offizielle DiGA-Liste – ein Verzeichnis klinisch validierter und nun verschreibungsfähiger, digitaler Gesundheitsanwendungen, das Ärzten Orientierung bieten soll.

von
Anna
Engberg

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in der ersten Oktoberwoche mitgeteilt hat, wurden die ersten beiden „Apps auf Rezept“ in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) aufgenommen.

Alle jetzt und zukünftig in der DiGA-Liste offiziell aufgenommenen, digitalen Gesundheitsanwendungen können von deutschen Ärzten an Patienten mit den entsprechenden Krankheitsbildern verschrieben werden und sind erstattungsfähig.

DER HINTERGRUND

Die beiden ersten Apps auf der DiGA-Liste sind gemäß der Anforderung CE-zertifizierte Medizinprodukte, deren Wirksamkeit durch kontrollierte, klinische Studien nachgewiesen wurde.

Während es sich bei kalmeda von mynoise um eine App zur medizinisch validierten, verhaltenstherapeutischen Behandlung von chronischem Tinnitus handelt, die von den gesetzlichen Krankenkassen ab sofort auf Rezept ohne Zuzahlung übernommen wird, stellt die GAIA AG mit velibra eine Web-Anwendung für soziale Angst- und Panikstörungen zur Verschreibung für Ärzte bereit.

Das BfArM nimmt digitale Anwendungen ab Antragstellung nach 3-monatiger, erfolgreicher Prüfung im Fast-Track-Verfahren in das DiGA-Verzeichnis auf. Geprüft wird auf Kriterien wie Sicherheit, Datenschutz, Funktionstauglichkeit, Qualität und Interoperabilität. Die Hersteller der Anwendungen sind zudem zum Nachweis des positiven Versorgungseffekts verpflichtet.

Aktuell befinden sich laut BfArM-Mitteilung 21 Anwendungen in der Prüfung. Ausgehend vom Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV), das im Dezember 2019 in Kraft getreten ist, soll die Erstattung von DiGA zu einer verbesserten, digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen.

WAS GESAGT WURDE

Anlässlich der ersten, verschreibungsfähigen Apps sagte der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Dieses Verzeichnis soll für Ärztinnen und Ärzte zum Digital-Lexikon werden. Hier finden sie, welche Apps und digitalen Anwendungen verordnet werden können. Die Wirkung dieser digitalen Hilfsmittel wird genau überprüft. Deswegen wächst diese Liste nur langsam auf. Trotzdem ist das DiGA-Verzeichnis eine Weltneuheit: Deutschland ist das erste Land, in dem es Apps auf Rezept gibt."

Der Präsident des BfArM, Prof. Dr. Karl Broich, kommentierte: “Mit der erstmalig systematischen und zügigen Prüfung digitaler Gesundheitsanwendungen im neuen Fast-Track-Verfahren leistet das BfArM einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Das kommt den Patientinnen und Patienten sowie dem Innovationsstandort Deutschland gleichermaßen zugute.“

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