Videokonsultation in Deutschland: (noch) geringe Nutzung bei hoher Zufriedenheit

Eine neue Umfrage von Capterra gibt Aufschluss über die Akzeptanz telemedizinischer Beratungen in Deutschland im Ländervergleich – mit überraschendem Ergebnis.

von
Anna
Engberg

Laut einer neuen, länderübergreifenden Studie von Capterra, einem Such- und Bewertungsportal für Softwarelösungen, haben nur 17 Prozent der Patienten in Deutschland in der Pandemie telemedizinische Dienste in Anspruch genommen. Davon bezogen sich 42 Prozent der Videokonsultationen auf COVID-19-Symptome.

Die Zufriedenheit und Erfolgsquote unter den Online-Anwendern war jedoch überaus hoch.

DER HINTERGRUND

Im Rahmen der Studie wurden 4000 Patienten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden befragt, davon etwas über 1000 Patienten aus Deutschland, die in den vergangenen 12 Monaten einen Arzttermin in der Praxis vor Ort oder online wahrgenommen hatten.

Deutschland bildete dabei mit einem Nutzungsgrad von 17 Prozent bei den Telebehandlungen das Schlusslicht. Besonders hoch war die Akzeptanz von medizinischen Online-Beratungen mit 54 Prozent in Großbritannien, aber auch in den Niederlanden und Frankreich lag die Teilnahmequote mit je knapp einem Drittel im telemedizinischen Bereich deutlich höher.

Unter denjenigen Deutschen, die eine Videokonsultation ausprobiert haben, gaben jedoch 61 Prozent an, ihr gesundheitliches Problem sei beim Erstgespräch erfolgreich gelöst worden. Weitere 27 Prozent erhielten bei ihrer zweiten Online-Beratung die benötigte, kompetente Hilfe. Lediglich 12 Prozent der Patienten mussten trotz digitaler Beratung dennoch in der Arztpraxis vorsprechen.

Die Mehrheit der Patienten (59 Prozent) setzten für die Videokonsultation mit dem Arzt ihr Smartphone ein, davon fand noch knapp die Hälfte aller Gespräche noch als konventioneller Anruf statt, immerhin 37 Prozent bereits mittels Videokonferenz-App und weitere 8 Prozent über die App oder Plattform des Krankenhauses.

Trotz der bislang zurückhaltenden Nutzung sind der Umfrage zufolge zwei Drittel der Deutschen aufgeschlossen dafür, Telemedizin in Zukunft auszuprobieren und zu nutzen. Als Hauptgründe für die Nutzung der Online-Beratung als Alternative zum Praxisbesuch gaben an 44 Prozent an, dies sei praktischer. Rund 40 Prozent wollten sich und Andere vor Ansteckung schützen und erhielten online schneller einen Termin, u.a. auf Grund automatisierter Online-Terminvergaben via WhatsApp/SMS und anderer Dienste.

Die Autoren der Capterra Studie gehen davon aus, dass die Nutzung und Akzeptanz von Videokonsultationen und Telemedizin allgemein auch nach der Coronakrise weiterhin wachsen wird – und sich zunehmend etabliert.

Zudem geht die Capterra Umfrage auch dezidiert auf den Roll-out des E-Rezepts in den befragten EU-Ländern ein.

GUT ZU WISSEN

Capterra ist eine Suchplattform, mit der Anwender die richtige Softwarelösung für ihre Branche und ihr Anwendungsgebiet finden können. Für den Bereich der Gesundheitsversorgung listet das Bewertungsunternehmen gängige und erprobte Telemedizin-Software in seinem Verzeichnis für Telemedizin Software auf.

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