Vor Hitze geschützt – dank COVID-19 Telemonitoring-Tool

Die Stadt Rom setzt Technologie ein, um durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiken zu bekämpfen. Ein Vorbild für die DACH-Region?

von
Tammy
Lovell

Die Gesundheitsbehörden in Rom haben ein COVID-19-Telemonitoring-Tool umfunktioniert, um Menschen zu überwachen, die besonders gefährdet sind, in Folge von Hitze an bestimmten Krankheitsbildern zu erkranken.

In der Region Latium überwachen und betreuen Hausärzte, Gesundheitspersonal und Primärversorgungsdienste Patienten während Hitzewellen mit dem Telekonsultationssystem LazioAdvice und Lazio Doctor per COVID-App.

Diese Telemonitoring-Systeme ermöglichen es den Gesundheitsdienstleistern, ältere und schutzbedürftige Menschen zu kontaktieren, um diesen Ratschläge zu Hitzewellen zu geben, wie z.B. ihre Medikamente anzupassen oder mehr Wasser zu trinken.

WARUM DIES WICHTIG IST

Hitzestress ist die Hauptursache für klimabedingte Todesfälle und wird sich in den kommenden Jahren aufgrund steigender Temperaturen zunehmend auswirken.

Der Klimawandel führt dazu, dass europäische Städte jetzt häufiger von gefährlich hohen Temperaturen betroffen sind. Europa hatte in diesem Jahr seinen zweitwärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, mit Temperaturen um 1,4 Grad Celsius über dem Durchschnitt von 1991–2020.

DER GRÖSSERE ZUSAMMENHANG

Extreme Hitze hat erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Eine kürzlich in Nature veröffentlichte Studie ergab, dass 37 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Hitzeeinwirkung weltweit zwischen 1991 und 2018 auf die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zurückzuführen waren.  

Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Europa-Leitfaden zur Anpassung an Hitze für die Gesundheit gibt den Plan und die einzelnen Bausteine bekannt, mit denen die lokalen Bevölkerungen angemessen auf Hitze reagieren können.

WAS GESAGT WURDE

Francesca de'Donata, eine Epidemiologin der regionalen Gesundheitsbehörde Latium, sagte gegenüber Euronews: „In der Region Latium befragen wir aktiv die am stärksten gefährdeten Personen, bei denen es sich um ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen handelt. Wir haben ein Register, d.h. eine Liste, wer diese Patienten sind, so dass Hausärzte sie aktiv befragen können. Mit Telefonanrufen, über App und Teleassistenz oder Telemedizin ist eine Überprüfung und klinische Bewertung der Patienten umsetzbar. Ärzte können sie an ein Krankenhaus überweisen oder ihre Medikation ändern.

„Der Patient kann sich selbst in der App registrieren und angeben, dass er befragt werden möchte, wenn sein Hausarzt nicht im Überwachungsplan enthalten ist. Dann interagieren andere Dienste der Primärversorgung mit dem Patienten und prüfen, wie er sich fühlt. Dieses System wurde für COVID eingerichtet, als wir eine COVID-Überwachung von Patienten durchführen mussten, die nicht schwerwiegend erkrankt und zu Hause waren. Daraufhin kamen wir auf die Idee, wir könnten dies angesichts der Bedingungen und noch bestehender Einschränkungen für Hitze-Episoden anpassen.“

Professor Jan Semenza, Experte für Klimawandel und Direktor von Global Lateral Public Health Consulting, sagte: „Die hitzebedingte Sterblichkeit in Europa ist im Jahr 2018 schätzungsweise um ein Drittel im Vergleich zu 2000 gestiegen. Darüber hinaus wird geschätzt, dass jeder dritte europäische Hitzetote zwischen 1990 und 2018 auf die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zurückzuführen ist. Hitzebedingte Todesfälle sind jedoch vermeidbar, und die neuen Technologien sind ein wertvoller Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsversorgung. Der Klimawandel wird uns weiter begleiten und wir müssen neue Mittel und Wege finden, um uns an ihn anzupassen - wie dieses COVID-19-Telemonitoring-Tool.“


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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf Healthcare IT News.

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