Wirkungsvoll gewarnt

Rund ein Viertel aller Schweizer nutzt derzeit die Swiss-Covid-App. Wissenschaftler der Uni Zürich haben die Effektivität der digitalen Kontaktnachverfolgung jetzt evaluiert.

von
Anna
Engberg

Seit Juni 2020 gibt es in der Schweiz und in Deutschland Smartphone-Anwendungen für die digitale und anonyme Kontaktnachverfolgung von Covid-19-Infektionen. Während die Corona-Warn-App in Deutschland laut Statista mit Stand zum 21. Januar 2021 über 25 Mio. Mal heruntergeladen wurde, haben die Schweizer ihre Swiss-Covid-App rund 1,8 Mio. Mal installiert. Damit greift nahezu jeder vierte Schweizer darauf zurück.

Wie die UZH News, das Publikationsorgan der Universität Zürich (UZH), jetzt berichtete, spielt die Swiss-Covid-App nachweislich eine wichtige Rolle bei der effektiven Pandemiebekämpfung.  

DER HINTERGRUND

Mehrere Projekte von Schweizer Forschern und App-Entwicklern haben sich in der jüngsten Zeit mit der Effektivität der Swiss-Covid-App befasst. Für diese Auswertungen kamen überwiegend indirekte Befragungen und Immunitätsstudien, überwiegend im Kanton Zürich, zum Einsatz.

Wie die Forscher der UZH betonten, konnte die Swiss-Covid-App bei der Präventionsarbeit im Infektionsgeschehen folgenden Beitrag dazu leisten, Infektionsketten zu stoppen: Sie warnte Kontaktpersonen von Infizierten automatisiert und damit frühzeitiger als die öffentlichen Behörden, so dass diese sich schneller in Quarantäne begeben konnten.

Überdies wurden durch die Bluetooth-Technologie auch namentlich unbekannte Zufallskontakte aus dem öffentlichen Raum miterfasst, die Warnungen waren somit umfassender. Als weiteren Nutzen konnte die App auch die manuelle Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter entlasten.

Am Institut für Epidemiologie, Biostatistik & Prävention (EBPI) der UZH, an dem die Daten aus der Corona Immunitas Studie und dem Covid-19 Social Monitor zusammenlaufen, wurde außerdem untersucht, was die App bisher auf Bevölkerungsebene bewirkt hat: dabei zeigte sich mit Hilfe von Simulationsanalysen, dass pro Monat rund 30 zusätzliche Infektionsketten durch die App-Unterstützung unterbrochen wurden.

GUT ZU WISSEN

Weiterhin wird an einer Optimierung der Swiss-Covid-App gearbeitet: so wurde kürzlich das Problem der fehlenden Kompatibilität mit älteren iPhone-Modellen behoben, ebenso soll die relativ langsame Informationsweitergabe von positiven Testergebnissen durch die öffentlichen Behörden in Zukunft durch die Möglichkeit beschleunigt werden, dass auch Ärzte die betreffenden Covid-Codes für die Swiss-Covid-App ausgeben können.

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