Zahnbonusheft wird digital

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) digitalisieren das Bonusheft für die Zahnarztpraxis. Eine Integration in die ePA ist bereits geplant.

von
Anna
Engberg

Ab 2022 können Patienten in Deutschland das „Zahnbonusheft“ in digitaler Form als Bestandteil der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen und so noch einfacher Zuschüsse zu kostenintensiven Zahnbehandlungen beantragen.

Zu diesem Zweck haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) jetzt ein „medizinisches Informationsobjekt“ (MIO) definiert, das die Datenerfassung für die Vorsorgeleistungen beim Zahnarzt in ein standardisiertes Format bringt.

DER HINTERGRUND

Deutsche Patienten müssen damit in Zukunft nicht länger die Papiervariante des Bonushefts zu den Vorsorgeuntersuchungen mitbringen; die Dokumentation erfolgt zukünftig im Rahmen der ePA digital.

Informationen zu den zahnärztlichen Vorsorgen können somit lückenlos nachgetragen und jederzeit bei den Praxen abgefragt und bearbeitet werden. Über eine App des digitalen Zahnbonushefts können sich Patienten zudem an ihre Vorsorgetermine erinnern lassen.

Das Zahnbonusheft dokumentiert in Deutschland bereits seit 1989 die regelmäßig wahrgenommenen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Dabei ist bei Erwachsenen ein Kontrollbesuch pro Kalenderjahr ausreichend; für Kinder und Jugendliche ist ein Termin pro Halbjahr erforderlich.

Benötigt ein Patient Zahnersatz, bekommt er durch die Vorlage des Bonushefts bei der gesetzlichen Krankenkasse einen höheren Zuschuss. Dieser liegt laut der Techniker Krankenkasse, Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse, in Abhängigkeit von der Dauer des Vorsorgezeitraums bei 20 Prozent (5 Jahre) bis zu 30 Prozent (10 Jahre).

WAS GESAGT WURDE

Der Vorstandsvorsitzender der KBV Dr. Andreas Gassen zog positive Bilanz zu der Zusammenarbeit von KBV und KZBV: „In nur sechs Monaten konnte das MIO ‚zahnärztliches Bonusheft‘ dank der erfolgreichen Kooperation mit der KZBV fertiggestellt werden. Damit liegen wir voll im Zeitplan."

Durch die standardisierte Erfassung der medizinischen Daten werde es nun möglich, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, so Gassen. Sein Kollege Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes bei der KZBV, betonte: „Erklärtes Nahziel ist es, Bürokratieentlastung in die Praxen zu bringen.“

„Als erstes zahnärztliches MIO wird das elektronische Bonusheft in absehbarer Zeit in die ePA integriert. Vorteile sind eine messbare Bürokratiereduktion für Praxen und zugleich mehr Transparenz für Versicherte.“ Davon profitiere das Zahnarzt-Patientenverhältnis, ebenso wie die bereits sehr gute Versorgungsqualität, so der KZBV-Vorstandsvorsitzende.

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