Digitale Diagnostik: Ärzte begeistert über Potenziale von KI

Eine neue Umfrage zeigt: drei von vier Klinikärzten glauben, dass künstliche Intelligenz die Effizienz von Arbeitsabläufen und die Qualitätssicherung in der Pathologie verbessern kann.

Laut einer neuen Umfrage unter fast 500 Pathologen, die in 54 Ländern praktizieren, haben Ärzte weltweit im Allgemeinen eine positive Einstellung zum Einsatz künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen.

WARUM DIES WICHTIG IST

Die in Nature veröffentlichte Umfrage wies darauf hin, dass viele Ärzte der Meinung sind, KI-basierte Diagnoseplattformen könnten dazu verwendet werden, um die Voraussagekraft und Prognosefähigkeit herkömmlicher pathologischer Methoden zu verbessern.

Nahezu drei Viertel der befragten Ärzte verkündeten Interesse oder Begeisterung hinsichtlich von KI als diagnostischem Tool, um die Effizienz von Arbeitsabläufen und die Qualitätssicherung in der Pathologie zu verbessern.

Viele Befragte waren der Meinung, dass KI-Tools mit angemessener Schulung die diagnostische Effizienz erhöhen (58 Prozent) oder sogar dramatisch steigern könnten (66 Prozent).

In Bezug auf die einfache Aufnahme und Implementierung war mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Befragten der Meinung, dass KI-Tools relativ intuitiv seien und wenig Schulungsbedarf notwendig sei, während 41 Prozent fanden, dass eine Schulung durch einen Plattformvertreter hilfreich wäre.

Der Bericht legte außerdem nahe, dass frühzeitige Bemühungen um eine Einführung von Lehrvorträgen und formalen Workshops dazu beitragen könnten, Ängste abzubauen, das Bewusstsein zu schärfen und hoffentlich auch wertvolles Feedback von Pathologen zu Design- und Integrationsansätzen einzuholen.

Aus Marketing-Sicht deuten die Daten darauf hin, dass Plattformentwickler sich auf den Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Technologie konzentrieren sollten, ohne Pathologen erst davon überzeugen zu müssen, dass KI ein nützliches Tool für ihre berufliche Praxis sei.

Eine große Anzahl der Befragten teilte jedoch auch Bedenken über KI, unter anderem hinsichtlich einer möglichen Verdrängung vom Arbeitsmarkt und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig prognostizierten rund 80 Prozent der Befragten die Einführung von KI-Technologie im Pathologielabor innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Die Umfrage ergab außerdem, dass man sich vor der grundsätzlichen Einführung von KI in der Pathologie zunächst stärker um die ärztliche Ausbildung und die Klärung medizinisch-rechtlicher Auswirkungen bemühen müsse.

DER ALLGEMEINE TREND

Der Einsatz von KI in der Gesundheitsbranche nimmt sowohl auf klinischer als auch auf operativer Seite rasch zu. Erst in dieser Woche gab Premier Health, ein medizinisches Netzwerk aus Dayton (Ohio), bekannt, dass man an einer Pilotstudie mit Bio Conscious Technologies arbeite, um künstliche Intelligenz für die Patientenbasis von Premier Health bereitzustellen.

Zu Beginn des Monats veröffentlichte die Radiological Society of North America (RSNA) einen Bericht, der die Möglichkeiten und Herausforderungen von KI in der digitalen Bildgebung beschreibt, während VisiQuate eine Partnerschaft mit Etyon Health bei einer Reihe von KI-gesteuerten Anwendungen für Revenue Cycle Management einging.

Laut eines Berichts der Boston Consulting Group vom März müssen die Kostenträger und Dienstleister von Gesundheitsleistungen bei all den Versprechungen, die KI macht, schnell sein, um sicherzustellen, dass sie über die richtigen Werkzeuge und Daten verfügen, um erfolgreich zu sein.

Der Bericht stellte zudem fest, dass KI-gesteuerte Ressourcenplanung, Codierung und Abrechnung die betriebliche Effizienz bei Gesundheitsdienstleistern verbessern könnte. Durch KI würden sich die Forderungsabwicklung und andere Vorgänge für die Kostenträger deutlich vereinfachen, nicht zuletzt durch eine optimierte Erkennung von Betrug, Verschwendung und Missbrauch.

WAS GESAGT WURDE

Die meisten Befragten sehen die endgültige Implementierung von KI-Tools als unterstützende Werkzeuge zur Entscheidungsfindung, unter Anwendung menschlicher Diagnostik, nicht als Ersatz“, so der Nature-Bericht. „Unter den Befragten scheint es allgemeine Begeisterung für den Einsatz von KI als diagnostischem Instrument in der pathologischen Praxis zu geben, und die Besorgnis über die Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsicherheit ist relativ gering.

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Nathan Eddy, erschienen bei Healthcare IT News.

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