EU-Kommission: EU4Health-Programm als Antwort auf COVID-19

Das EU4Health-Programm zielt darauf ab, 5,1 Mrd. Euro in EU-Länder, Gesundheitsorganisationen und NGOs zu investieren, um Innovationen zu fördern und die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme zu stärken.

Das Europäische Parlament und der Rat haben sich in einen vorläufigen, politischen Beschluss darauf geeinigt, ein neues COVID-19-Konjunkturprogramm namens EU4Health einzuführen.

Das Programm soll durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen und die Förderung von medizinischer Innovation und digitaler Transformation in der Branche einen Beitrag zur Wiederaufbauhilfe leisten. Es soll auch die durch die Pandemie aufgedeckten Lücken schließen und sicherstellen, dass die EU auf neue Gesundheitsbedrohungen vorbereitet ist.

Das Programm zielt darauf ab, die Bereitschaft der EU für größere grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen zu erhöhen, indem wie folgt vorgesorgt wird:

  • Reserven an medizinischem Material für Krisenfälle
  • Eine Reserve an Gesundheitspersonal und Experten, die mobilisiert werden kann, um auf Krisen in der gesamten EU zu reagieren
  • Verstärkte Überwachung von Gesundheitsgefahren
  • Stärkung der Gesundheitssysteme, sodass diese sowohl Epidemien als auch langfristige Herausforderungen überstehen, indem die Krankheitsvorbeugung und Gesundheitsförderung in einer alternden Bevölkerung gefördert wird
  • Digitale Transformation von Gesundheitssystemen
  • Zugang zur Gesundheitsversorgung für gefährdete Gruppen
  • Medikamente und Medizinprodukte verfügbar und erschwinglich machen, sich für den umsichtigen und effizienten Einsatz von antimikrobiellen Mitteln einsetzen und medizinische und pharmazeutische Innovationen und eine umweltfreundlichere Produktion fördern

WARUM DIES WICHTIG IST

Eine der sechs politischen Prioritäten der Kommission für den Zeitraum von 2019 bis 2024 ist der Aufbau eines „Europas, das fit für das digitale Zeitalter ist“, um Werkzeuge und Dienste zu verbessern, die Informations- und Kommunikationstechnologien für die Prävention, Diagnose, Behandlung, Überwachung und das Management von Gesundheitsfragen nutzen. 

Dies baut auf der Mitteilung der Kommission zur Transformation von digitaler Gesundheit und Pflege vom April 2018 auf, die darauf abzielt, die Digitalisierung des Gesundheits- und Pflegesektors zu fördern.

In der Mitteilung wurden drei Schwerpunkte hervorgehoben:

  • Sicherer Datenzugriff und -austausch
  • Verbindung und Austausch von Gesundheitsdaten für Forschung, schnellere Diagnostik und verbesserte Gesundheit
  • Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger und individuelle Betreuung durch digitale Dienste

Dadurch sollen die Gesundheitssysteme von innovativen Versorgungsmodellen profitieren, die Telemedizin und mHealth nutzen, um die steigende Nachfrage nach medizinischer Versorgung zu befriedigen und den Übergang zu integrierten und personalisierten Versorgungssystemen zu schaffen.

Nach seiner Verabschiedung wird der langfristige EU-Haushalt in Verbindung mit der NextGenerationEU-Initiative das größte Konjunkturpaket sein, das jemals über den EU-Haushalt finanziert wurde.

Das Programm muss nun vom Rat genehmigt werden, bevor es offiziell eingeführt werden kann. Das erste Arbeitsprogramm für 2021 wird nach der formellen Verabschiedung von EU4Health ausgerollt, sobald das gesamte Budget aufgebracht ist.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Da die Debatte über das Thema Impfpässe umfangreicher geworden ist, haben die Staats- und Regierungschefs der EU kürzlich die Möglichkeit gemeinsamer nationaler Maßnahmen diskutiert, um Reisen zwischen den Mitgliedsstaaten zu ermöglichen.

WAS GESAGT WURDE

Margaritis Schinas, Vizepräsident für die Förderung unseres europäischen Lebensstils, sagte: „Die Krise hat uns alle symmetrisch getroffen, ohne Diskriminierung. Aber gleichzeitig waren wir mit einer Asymmetrie zwischen den Erwartungen der Bürger und den begrenzten Zuständigkeiten der EU in Gesundheitsfragen konfrontiert. Mit der heutigen Vereinbarung machen wir den ersten entscheidenden Schritt, um diese Lücke zu schließen.

„Wir bekräftigen unsere politischen Antworten in den Bereichen, in denen Europa traditionell schwach oder mit begrenzten Kompetenzen ausgestattet ist, wie z.B. im Gesundheitswesen. Das neue EU4Health-Programm, das heute verabschiedet wurde, ist eine der deutlichsten und greifbarsten Antworten auf COVID-19: Wir haben jetzt ein Gesundheitsinstrument in der Hand, um eine Gesundheitskrise zu bewältigen.“

Stella Kyriakides, Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, verkündete: „Unser neues EU4Health-Programm ist das Fundament einer widerstandsfähigen und starken Europäischen Gesundheitsunion. Es ist unsere Antwort auf die Lücken, die die COVID-19-Pandemie offenbart hat, und auf die dringende Notwendigkeit, die Gesundheitssysteme in der EU zu modernisieren.

„Heute senden wir die klare Botschaft, dass die öffentliche Gesundheit eine Priorität für Europa ist. Dass wir bereit sind, in unsere kollektive Krisenvorsorge zu investieren und wieder stärkere, widerstandsfähigere und besser zugängliche Gesundheitssysteme aufzubauen, so wie es unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht von unserer Union erwarten.“
 

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Sara Mageit, erschienen auf Healthcare IT News.

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