Interoperabilitäts-Umfrage: Krankenhäusern fehlt interner und externer Datenaustausch

Eine neue Umfrage des Center for Connected Medicine und HIMSS Media unter Healthcare-Tech Führungskräften zeigt, dass die Interoperabilitätsprobleme der meisten Krankenhäuser und Gesundheitssysteme mit einer einzigen, integrierten EPA lösbar wären.

Eine neue Umfrage unter technischen Führungskräften in US-Krankenhäusern und Gesundheitssystemen ergibt, dass fast ein Drittel die Bemühungen um den Datenaustausch für unzureichend hält, selbst innerhalb der eigenen Organisation. Weniger als vier von zehn der Befragten geben an, dass sie erfolgreichen Datenaustausch mit externen Gesundheitssystemen betreiben.

WARUM DIES WICHTIG IST

Seit langem beschäftigen das Gesundheitswesen Interoperabilitätsprobleme. Die Umstellung auf ein einziges, elektronisches Gesundheitsakten-System ist dabei die beliebteste Lösung zur Bewältigung derselben, so die Umfrage, die von HIMSS Media durchgeführt und vom Center for Connected Medicine finanziert wurde.

Das von GE Healthcare, Nokia und UPMC gemeinsam betriebene Center for Connected Medicine ermöglicht die Vernetzung und stellt Ressourcen zur Verfügung, die Führungskräfte bei der Verbesserung und Innovation des Gesundheitswesens durch Technologie unterstützen.

Die neue Studie, die 100 IT-Experten und Geschäftsleute an US-amerikanischen Krankenhäusern befragte, untersuchte, wie sehr sich Gesundheitsorganisationen damit befassen, ihre Interoperabilität zu verbessern, und wie sich diese Herausforderungen auf die organisatorischen Schwerpunkte auswirken. Interoperabilität wird im Gesundheitswesen allgemein als entscheidender Faktor zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Patienten, Pflegekräfte, Gesundheitssysteme und Kostenträger angesehen, der gleichzeitig die Behandlungskosten senkt.

Fast 60 Prozent der Befragten nannten den Wechsel zu einer elektronischen Patientenakte als organisatorischen Schritt zur Bewältigung von Interoperabilitätsproblemen – und sahen dies als weitaus bedeutender an im Vergleich zu anderen genannte Maßnahmen, wie z.B. der Standardisierung mittels FHIR, die nur von 37 Prozent angegeben wurde.

DER GRÖSSERE TREND

Dieser Mangel an Interoperabilität erschwert es den Gesundheitssystemen, wichtige strategische Ziele zu verfolgen, darunter die Bereitstellung von Apps für Patienten, die Erschließung unstrukturierter Daten und die Senkung von Behandlungskosten. Tatsächlich gaben nur 27 Prozent der Befragten an, dass der Einsatz ihrer Organisation in puncto Interoperabilitätsverbesserung es ihnen ermöglicht habe, Pflegekosten zu senken, während 60 Prozent angaben, sie seien hochgradig effektiv damit befasst, die gesetzlichen und einhaltungskonformen Anforderungen mit Blick auf die Interoperabilität zu erfüllen.

Die wichtigsten Faktoren, die gemäß Umfrage die Interoperabilität im Gesundheitswesen fördern, sind das Engagement der obersten Führungsspitze, finanzielle Anreize oder Sanktionen, die Unternehmen dazu ermutigen, Daten untereinander und mit einzelnen Patienten auszutauschen, sowie Fortschritte bei Tools und Technologien.

OFFIZIELLE STELLUNGNAHME

„Diese Umfrage deckt sich mit anderen Untersuchungen, die wir bei der Healthcare Information and Management Systems Society durchgeführt haben. Diese zeigen, dass das Gesundheitswesen Fortschritte bei der Interoperabilität macht", sagte Janet King, Senior Director of Market Insights bei HIMSS Media. „Diese Forschung deutet jedoch auch darauf hin, dass die Anbieter sich am erfolgreichsten beim Datenaustausch innerhalb ihres eigenen Gesundheitssystems fühlen und seltener über den erfolgreichen Austausch medizinischer Daten mit Kostenträgern, Patienten oder anderen Gesundheitssystemen und Partnern berichten."

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Bill Siwicki, erschienen auf der englischsprachigen Version von Healthcare IT News.

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