Deutsches Ministerium für Bildung und Forschung fördert Pflege-App

Über das Förderprogramm KMU innovativ entsteht derzeit eine neue IT-Plattform

von
Anna
Engberg

Mit der Förderung einer neuen App zur Unterstützung von Pflegebedürftigen, Pflegekräften und Angehörigen will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das digitale Angebot im deutschen Pflege-Alltag verbessern und damit vor allem Familien mit Pflege-Verantwortung entlasten.

Konkret entsteht bei der Projektarbeit „HERO“ im Rahmen des BMBF-Förderprogramms KMU innovativ eine IT-Plattform, die Betroffene im Pflegealltag vernetzt, wichtige Informationen rund um den Patienten bereitstellt und die Koordination der Pflege und Versorgung allgemein erleichtert.

Das BMBF fördert die Entwicklung der digitalen Pflege-Plattform nebst App über drei Jahre hinweg mit insgesamt 860.000 Euro.

DER HINTERGRUND

Der Zugriff auf das neue IT-Portal erfolgt über die zugehörige Pflege-App „EASE – gemeinsam pflegen“, in welcher die Mitglieder des Pflegenetzwerks pflegerelevante und biografische Informationen zum Patienten einsehen und mit den übrigen Pflegepersonen kommunizieren können. Eine Anbindung an intelligente Assistenzsysteme wie Notrufsysteme oder Sturzsensorik ist vorgesehen.

Insgesamt sind fünf Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Altenhilfe an der Kooperation beteiligt, darunter die Hochschule Osnabrück, welche das IT-System entwickelt. Zur Erprobung der Plattform nebst App im Pflegealltag ist das Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg beauftragt. Die Umsetzung auf IT-Ebene wird u.a. vom norddeutschen Software-Entwickler Ascora GmbH und der Bonner Digitalagentur Snoopmedia geführt.

Besonders wichtig ist den Entwicklern die Umsetzung aller Anforderungen aus der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und damit der Schutz der persönlichen Daten der Pflegebedürftigen. Diese werden ausschließlich für die Pflegenden und Angehörigen zugänglich sein.

WAS GESAGT WURDE

Die technischen Funktionen der Pflege-App sollen umfangreich sein: „Ein gemeinsamer Kalender mit Erinnerungsfunktion für die Medikamentengabe oder den nächsten Arzttermin, eine Scan-Funktion für Medikamente, sowie zusätzliche Technologie wie Sprachassistenz sollen genauso zum Leistungsumfang gehören, wie die Möglichkeit, spezifische Pflege- oder Gebrauchsanweisungen medial zu hinterlegen“, kündigte Prof. Michaela Ramm, Medienwissenschaftlerin der Hochschule Osnabrück an.

„EASE soll ein einfach zu bedienendes und praxisnahes System werden, ganz ohne Schnörkel und Spielereien, aber einladend und motivierend. Wir wollen auch die erreichen, die nicht technikaffin sind“, erklärte die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Elke Hotze.

DER GRÖSSERE TREND

Mit der Förderinitiative KMU innovativ investiert das BMBF in Deutschland in die Spitzenforschung auf zahlreichen Gebieten, darunter im Bereich der Medizintechnik, Mensch-Technik-Interaktion und der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Gerade mittelständische und neue Unternehmer sollen hierdurch ihre Entwicklung beschleunigen und ihre Produkte und Prozesse schneller erfolgreich in den Markt bringen können. Seit dem Start 2007 wurden bereits mehr als 1.700 Projekte von rund 2.900 kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einer Gesamtsumme von 1.266 Euro gefördert.

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