Deutsche Corona-Warn-App freigeschaltet

Die wochenlange Entwicklung und die Tests der offiziellen deutschen Corona-Warn-App sind abgeschlossen. Gestern stellte die Bundesregierung die Bluetooth-basierte Smartphone-Anwendung vor.

von
Anna
Engberg

Ab sofort ist die offizielle deutsche Corona-Warn-App für die beiden Betriebssysteme von Google und Apple in den gängigen Stores zum Download verfügbar und wurde gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Mitglieder der Bundesregierung, darunter der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn und der Bundesinnenminister Horst Seehofer, kündigten die sofortige Freischaltung der Bluetooth-basierten Smartphone-Anwendung für die deutsche Bevölkerung an.

Die Corona-Warn-App, deren Entwicklung mit Unterstützung der Helmholtz-Gesellschaft, der Deutschen Telekom und SAP nach der ersten Ankündigung im April und wochenlangen Testläufen nun abgeschlossen ist, soll dazu beitragen, Corona-Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

DER HINTERGRUND

Wie auf der Pressekonferenz erläutert wurde, kennt die deutsche Corona-Warn-App weder Identität noch Standort des Smartphone-Nutzers. Stattdessen tauschen die Smartphones der Nutzer via Bluetooth automatisch verschlüsselte Zufallscodes aus und erfassen auf diese Weise, welche Personen einander begegnet sind, wie groß ihr Abstand zueinander und die Dauer der Zusammenkunft insgesamt war. Dies soll, betonten die Politiker einstimmig, in der gegenwärtigen Pandemie dazu beitragen, sich selbst und alle Mitmenschen besser schützen.

Nach zwei Wochen werden die Codes wieder von den Smartphones der Nutzer gelöscht. Hat sich ein Benutzer infiziert, kann er seine Zufallscodes den anderen Nutzern freiwillig zur Verfügung stellen.

„Dies ist weltweit nicht die erste Corona-App, wohl aber die beste“ sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) während der Pressekonferenz: „Sie herunterzuladen und zu nutzen, ist ein kleiner Schritt für jeden von uns.“ Entsprechend habe man versucht, die Installation durch eine datensparsame Version der App für alle so einfach wie möglich zu gestalten.

Braun hob den Open-Source-Ansatz der App hervor. Die Entwickler hätten Code und Datenschutzkonzept transparent und öffentlich dargestellt. Die Corona-Warn-App biete den Deutschen in der aktuellen Lage einen „echten Mehrwert, schnellen Zugang zu einem Test und Testergebnis.“

Der Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte: „Es steckt viel Arbeit darin, weil wir höchste Anforderungen an die Datensicherheit und Batterie-Laufzeit gestellt haben. Die App wahrt die Anonymität und ist in jeder Hinsicht freiwillig.“

So könne der Nutzer nicht nur entscheiden, ob er die App herunterlädt und ob die Bluetooth-Messung ein- oder zeitweise ausschaltet, sondern er sei auch frei in der Frage, ob er nach einer Positiv-Testung, Andere hierüber informieren möchte. Bereits Informierte wiederum seien frei in der Frage, wie sie mit der Risikowarnung und den Empfehlungen umgingen.

WAS GESAGT WURDE

Wie der Gesundheitsminister Spahn überdies mitteilte, sei die App „kein Allheilmittel und kein Freifahrtschein“: „Sie ist aber ein wichtiges weiteres Werkzeug bei der Eindämmung des Virus. Auch mit der App bleibt es wichtig, Abstand zu halten, Masken zu tragen und Hygieneregeln zu beachten. Jede Stunde früherer Warnung ist ein Gewinn im Kampf gegen das Virus“, kommentierte er die Bekanntgabe. Die App leiste einen wichtigen Beitrag, gerade während der Lockerungen, das bereits Erreichte zu sichern.

GUT ZU WISSEN

Auch in der Schweiz wird bereits intensiv an einer Corona-App gearbeitet, wie Healthcare IT News berichtete

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