Coronavirus-Toolbox: EU Kommission fokussiert auf mobile Apps und Daten

Die EU Kommission unterstützt die EU-Mitgliedsstaaten mit einer Coronavirus-Toolbox, welche mobile Apps und Daten ins Zentrum rückt. Sie stellt den Ländern einen koordinierten, auf Standards basierenden Ansatz bereit, um Ausstiegsstrategien aus ihren Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu entwickeln.

von
Piers
Ford

Einige EU-Mitgliedstaaten lockern allmählich ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Deshalb hat die Europäische Kommission jetzt eine Empfehlung zur Entwicklung von Ausstiegsstrategien verabschiedet. Diese sieht einen vereinheitlichten Ansatz für die mobile Datennutzung und die Entwicklung von Apps vor.

Digitale Tools stehen im Mittelpunkt der Empfehlung, die auf der Einführung einer Toolbox basiert, die nach Angaben eines Sprechers seit dem 15. April verfügbar sein soll.

Die Toolbox basiert im Wesentlichen auf zwei Schwerpunkten: einem koordinierten gesamteuropäischen Ansatz für die Nutzung mobiler Apps, die es den Bürgern erlauben, soziale Distanzierung effektiver zu praktizieren und bei der Nachverfolgung von Kontakten helfen. Daneben ist ein gemeinsamer Ansatz für die Modellierung und Vorhersage der Entwicklung des Virus vorgesehen, der sowohl Datensicherheit als auch EU-Datenschutzrechte berücksichtigt.

Die Empfehlung einer gemeinsamen Toolbox für den Einsatz von Rückverfolgungs-Apps, die den EU-Datenschutzstandards folgen, basiert auf einer eingehenden Analyse der von den einzelnen Ländern entwickelten und eingeführten Apps, einschließlich deren Bewältigungsstrategien in der Krise nebst deren Auswirkungen auf den Datenschutz.

So umfasst die Toolbox zum Einen Vorschriften darüber, wie die Wirksamkeit mobiler Informations-, Warn- und Rückverfolgungs-Apps aus medizinischer und technischer Sicht sicherzustellen ist, sowie Maßnahmen, um die Verbreitung inkompatibler Apps zu verhindern. Erreichen will man dies durch Interoperabilität und die Förderung gemeinsamer Lösungen.

Teil der Toolbox sind zudem Steuerungsabläufe, die von den Gesundheitsbehörden unter der Aufsicht des Europäischen Zentrums für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) überwacht werden. Sie identifiziert bewährte Verfahren und Vorgänge zum Informationsaustausch und der Funktionalität von Apps.

Gemeinsame Datennutzung

Die Toolbox ermöglicht schließlich den Datenaustausch, einschließlich aggregierter Daten, zwischen den maßgeblichen epidemiologischen Behörden und dem ECDC.

Ein wesentlicher Aspekt ist dabei der Ansatz einer gemeinschaftlichen Nutzung anonymer und aggregierter mobiler Standortdaten. Die Motivation dahinter: die Ausbreitung des Virus zu überwachen, indem Mobilitätsmuster analysiert und die Auswirkungen von Einschränkungsmaßnahmen auf die Intensität von Kontakten und das Infektionsrisiko gemessen werden.

Thierry Breton, Kommissar für den Binnenmarkt, wies auf das enorme Potenzial von digitalen Technologien, mobilen Apps und Mobilitätsdaten hin, um die Ausbreitung des Virus zu verstehen und effektiv darauf zu reagieren.

„Mit dieser Empfehlung bringen wir einen europäisch koordinierten Ansatz für die Nutzung solcher Apps und Daten auf den Weg, ohne unsere EU-Vorschriften zum Schutz der Privatsphäre und zum Datenschutz zu beeinträchtigen und vermeiden die Fragmentierung des Binnenmarktes“, sagte er. „Europa ist stärker, wenn es vereint handelt.“

Im gleichen Zuge sollen nun auch Leitlinien zu den Auswirkungen auf den Datenschutz herausgegeben werden.


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Piers Ford, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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