Schweizer Krankenhäuser implementieren Remote-Plattform zur Erkennung von COVID-19-Symptomen

Das Überwachungssystem unterstützt Mediziner bei der Triage von Patienten mit dem Virus.

Kaiku Health, ein Unternehmen, das auf digitale onkologische Therapielösungen spezialisiert ist, hat ein spezielles System zur Überwachung der Symptome von Patienten mit Coronavirus entwickelt, das von den Genfer Universitätskliniken (HUG) eingesetzt werden soll. Die Plattform soll die HUG bei der Triage von Patienten unterstützen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie an dem Virus erkrankt sind oder bei denen die Diagnose, innerhalb oder außerhalb des Krankenhauses, bereits gestellt wurde.

DER HINTERGRUND

Jeden Tag füllen Patienten einen digitalen Bericht über ihre Symptome aus, der zur Auswertung an eine dafür zuständige medizinische Fachkraft geschickt wird. Diese Remote-Verbindung ermöglicht dem medizinischen Fachpersonal, den Status der Patienten zu überwachen, ohne dass die begrenzten Ressourcen des Krankenhauses unnötigerweise in Anspruch genommen werden.

Stellt der behandelnde Arzt fest, dass sich der Zustand eines Patienten verschlechtert hat, wird der Patient aufgefordert, sich in die Notaufnahme zu begeben, wo ihn ein Team aufnimmt.

Darüber hinaus liefert das System wertvolle Informationen zu Patienten, deren Zustand sich verbessert, und unterstützt die Behörden hierdurch dabei, das Virus besser zu verstehen.

Die Plattform ist eine angepasste Version des PROHUG-Systems von Kaiku Health. Dabei handelt es sich um eine digitale medizinische Interventionsplattform, die den Verlauf und die Symptome von Tumoren bei Krebspatienten überwacht. Es handelt sich um ein zugelassenes medizinisches Gerät, das HUG-weit bereits intensiv genutzt wird.

DER GRÖSSERE KONTEXT

COVID-19 hat die Schweiz besonders stark getroffen. Das Land befindet sich bereits seit einem Monat im Lockdown. Nicht lebensnotwendige Bereiche und Schulen wurden geschlossen, Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten. Den Behörden wurden in dieser Krisensituation erweiterte Befugnisse eingeräumt, unter anderem bei der Entsendung eines Spitalbataillons der Schweizer Armee, das in zivilen Spitälern Hilfe leistet.

Mit einer der höchsten Testraten der Welt ist es der Schweiz gelungen, die epidemiologische Kurve relativ erfolgreich zu kontrollieren und die Belastung der Krankenhauskapazitäten zu verringern. Dennoch hat die Schweiz mit 136 Todesfällen pro Million Einwohner die zehnthöchste Sterblichkeitsrate weltweit.

Die Regierung hat vor kurzem zugestimmt, einige Patienten aus Frankreich zu behandeln. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Virus steht das Gesundheitswesen jedoch zunehmend unter Druck.

WAS GESAGT WURDE

Vesa Kataja, Chief Medical Officer von Kaiku Health, sagte: „In Anbetracht der angespannten Situation der Gesundheitsversorgung wird die effiziente Identifizierung von Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen, immer wichtiger. Die digitale Symptomüberwachung zur Erkennung von Patienten mit COVID-19-Infektionen kann außerdem auch dann eingesetzt werden, wenn die Testkapazitäten überlastet sind.“

Lauri Sippola, CEO des Unternehmens, fügte hinzu: „Die Pandemie erfordert neue Prozesse und Lösungen, die in enger Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitswesen und der Health-Tech-Industrie entwickelt werden. PROHUG ist dafür ein gutes Beispiel. Wir verfügten bereits über die Technologie und das Fachwissen in der hochspezialisierten Krebsbehandlung. Dies ließ sich schnell anpassen, um Krankenhäuser im Kampf gegen COVID-19 zu unterstützen. Unsere Priorität ist es jetzt, unsere Partnerkrankenhäuser in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen.“

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Sophie Porter, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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