Drohnen verstärken Notfallversorgung

Innovation im Rettungsdienst: in Schweden entsenden Rettungskräfte in Kürze bei Verdacht auf Herzstillstand neben dem Krankenwagen auch eine Drohne, um einen Defibrillator in Patientennähe abzuwerfen. Ein Vorbild für die D-A-CH Region?

von
Piers
Ford

SOS-Alarm, das Unternehmen, das Schwedens Notrufnummer 112 betreibt, wird in einem im Juni beginnenden Versuch erstmals Drohnen einsetzen, um Patienten bei einem außerklinischen Herzstillstand (Out-of-Hospital Cardiac Arrest, OHCA) mit automatisierten externen Defibrillatoren (Automated External Defibrillators, AED) zu versorgen.

Die klinische Studie über den Einsatz von medizinischen Notfall-Drohnentransporten bei tatsächlichen Vorfällen ist die jüngste Phase einer Forschungszusammenarbeit zwischen SOS Alarm, dem Zentrum für Wiederbelebungswissenschaft am Karolinska-Institut (KI) und dem Softwareunternehmen Everdrone.

Sie ist zunächst auf die Kommunen Göteborg und Kungälv – ein Versorgungsgebiet mit etwa 80.000 Einwohnern – ausgerichtet. Langfristig ist jedoch geplant, den Einsatz von Drohnen auf weitere Orte in ganz Schweden auszudehnen.

Die Drohnen ergänzen die Entsendung eines Krankenwagens und werden aktiviert, sobald ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle den Verdacht auf OHCA hat. In diesem Fall navigiert die Drohne mit Hilfe von GPS-Technologie und hochmodernen Kamerasystemen zum Ort des Vorfalls und bringt den AED genau dorthin, wo er benötigt wird – herabgelassen durch eine Seilwinde, während die Drohne 30 Meter über dem Boden schwebt.

Die Ergebnisse der Studie, die von Juni bis September läuft, sollen anschließend noch vor einer möglichen Ausweitung ausgewertet werden.

WAS SIND DIE FOLGEN?

Laut dem KI werden jedes Jahr mehr als 6.000 OHCAs gemeldet, doch nur einer von zehn Patienten überlebt. Die Wahrscheinlichkeit, einen plötzlichen Herzstillstand zu überleben, verringert sich mit jeder Minute, in der der Patient keine HLW oder Defibrillation erhält, um 10 Prozent. Die Möglichkeit, einen AED direkt an den Einsatzort zu schicken, erleichtert es dem Mitarbeiter der Rettungsleitstelle oder anderen Personen, die sich in der Nähe aufhalten, schneller Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

„Es ist fantastisch, dass die Zusammenarbeit zwischen SOS Alarm, KI und Everdrone zu einem Punkt geführt hat, an dem wir jetzt sichere Drohnentransporte einsetzen können, die Leben retten können“, sagte Maria Khorsand, CEO von SOS Alarm.

„In Notsituationen zählt jede Sekunde. Mit Hilfe von Drohnen können wir Medikamente und Ausrüstung schnell und an unzugänglichere Orte fliegen, während wir auf die Ankunft des Krankenwagens am Ort des Geschehens warten.“

WAS IST DER TREND

Everdrone ist einer der wenigen Drohnenspezialisten überhaupt, die eine Genehmigung für den Einsatz in städtischen Gebieten erhalten haben. In solchen Fällen fliegen die Drohnen weitgehend autonom, werden jedoch von einem Drohnenpiloten sowie von der Flugsicherung am Flugplatz Säve überwacht, um mögliche Konfliktrisiken im lokalen Luftraum zu managen.

Die schwedische Verkehrsbehörde hat eine Sondergenehmigung für den Betrieb erteilt und das Projekt unter Sicherheitsaspekten geprüft.

„Die Methode, den Defibrillator mit Hilfe einer Winde von der Drohne abzusenken, haben wir schon lange entwickelt und getestet“, sagte Mats Sällström, CEO von Everdrone. „Wir haben in den letzten Monaten mehr als 100 Testlieferungen durchgeführt, und die Ergebnisse zeigen, dass die Methode sehr gut funktioniert.“

WAS GESAGT WURDE

„Wir haben in früheren Veröffentlichungen darauf hingewiesen, dass Drohnen bei der Versorgung von Patienten mit Herzstillstand ein großes Potenzial haben“, sagte Andreas Claesson, außerordentlicher Professor am KI. (...)

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Piers Ford, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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