Deutscher Telemedizinmarkt wird umworben

In dem Maße, wie die rechtlichen Barrieren zum Praktizieren von Telemedizin auch in Deutschland fallen, stellen sich internationale Anbieter ein. Nun will auch DrEd mit seiner asynchronen, schriftlichen Form der Fernkommunikation punkten.

Auf dem deutschen Markt für Telemedizin gibt es nun mehr Bewegung. Im Ausland beginnen erfolgreiche Telemedizinanbieter, sich auf dem deutschen Markt zu positionieren. Nach der Ankündigung Medgates, gemeinsam mit der Rhön-Klinikum AG (wir berichteten) Medgate Deutschland zu gründen, will sich nun auch das in London beheimatete Unternehmen DrEd, das sich im Januar dieses Jahres in Zava umbenannt hat, stärker auf dem deutschen Markt engagieren.

„In diesem Jahr werden wir einen Standort in Deutschland eröffnen, um uns noch stärker mit dem deutschen Gesundheitssystem zu vernetzen und unsere langjährige Expertise in der Telemedizin einzubringen", kündete David Meinertz, CEO von Zava, an. Zava steht für eine zeitversetzte telemedizinische Versorgung mittels eines ärztlichen Onlinefragebogens.

Er ist optimistisch, dass auch Deutschland der Schritt zur flächendeckenden digitalen Gesundheitsversorgung gelingen wird: „Wir rechnen damit, dass bis 2020 telemedizinische Leistungen für Patienten als Kassenleistung kostenfrei angeboten werden. Das ist der nächste logische Schritt – auch wenn der Weg vom Papierrezept bis zum vernetzten Gesundheitssystem noch weit ist."

Steigende Nachfrage nach Telemedizin

Meinertz sieht eine stark wachsende Nachfrage nach dieser Art der Versorgung: „Unsere ärztlichen Leistungen werden immer stärker nachgefragt. Im letzten Jahr haben wir unser Team von 80 auf 160 Mitarbeiter verdoppelt", lässt er wissen. Im Jahr 2018 hat sein Team aus Allgemeinärzten, Internisten, Gynäkologen und Neurologen europaweit 1 Million Fernberatungen und -behandlungen durchgeführt, durchschnittlich eine Onlineberatung alle 30 Sekunden. Er schätzt, dass Telemedizinvisiten in fünf Jahren ein Drittel aller Arztbesuche ausmachen werden.

Digitalem Behandlungsmix gehört die Zukunft

Seiner Erfahrung nach wollen Patienten digitale Behandlungsangebote, weil sie ihren Ansprüchen und Alltagsgewohnheiten als Konsumenten entgegenkommen. „Sie wollen medizinischen Rat zu jeder Zeit, von jedem Ort", bringt er es auf den Punkt.

Telemedizin bedeutet für Zava weit mehr, als Ton und Bild via Internet zu übertragen. Dem Unternehmen geht es darum, dass sich Patienten und Ärzte bequemen und sicher austauschen können. Der vorwiegend schriftliche Arzt-Patienten-Kontakt führe zu einer transparenten Dokumentation der Kommunikation, die es erlaube, dass die Behandlungshinweise des Arztes jederzeit nachgelesen werden können.

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cwm

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