Schweizer Firma wirbt 21 Mio. Dollar für digitale Diabetes-Behandlung ein

Digitale Diabetes-Versorgung gehört weltweit zu den am besten geförderten Gesundheitssegmenten. Das Schweizer Jungunternehmen Oviva startet jetzt in die EU-weite Expansion.

von
Tammy
Lovell

Das Schweizer Unternehmen Oviva, spezialisiert auf die Behandlung von Diabetes Typ 2, hat mitgeteilt, dass in der B-Runden-Finanzierung ingesamt 21 Millionen Dollar (18,8 Millionen Euro) akquiriert werden konnten. 

Die Förderrunde wurde von dem Schweizer Healthtech-Investor MTIP angeführt, gefolgt von Earlybird als neuem Investor. Auch die bisherigen Investoren AlbionVC, F-Prime Capital, Eight Roads Ventures und Partech beteiligen sich. 

Damit beläuft sich der von Oviva bisher insgesamt eingeworbene Betrag auf 34 Millionen Dollar (30,5 Millionen Euro).

ÜBER OVIVA

Oviva bietet eine evidenzbasierte digitale Lösung an, um das Fortschreiten von Typ-2-Diabetes und adipositasbedingten Erkrankungen zu stoppen und umzukehren. Patienten erhalten über das Smartphone eine maßgeschneiderte Ernährungsberatung nebst persönlichem Coaching. 

Die technologiegestützte Behandlung hat „durchweg Verbesserungen bei der Akzeptanz durch die Patienten, ihrer Gesundheitserhaltung und den Ergebnissen bei gleichzeitig geringeren Kosten im Vergleich zur Präsenzbehandlung nachgewiesen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Oviva wurde 2014 gegründet und hat bis heute 90.000 Patienten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) behandelt.

ANWENDUNG

Das neue Kapital soll zur weiteren Entwicklung der Technologie von Oviva und zur Expansion in Europa eingesetzt werden.

MARKTÜBERBLICK

Laut einem Bericht der Silicon Valley Bank gehört die Versorgung von Diabetikern zu den am besten finanzierten Bereichen des digitalen Gesundheitssektors. Unternehmen in den USA und Europa haben im Jahr 2018 148 Millionen US-Dollar gesammelt.

Im vergangenen Monat gab das französische Start-up Diabeloop bekannt, dass 34,5 Millionen US-Dollar (31 Millionen Euro) in einer Finanzierungsrunde der Serie B aufgebracht wurden, um die kommerzielle Einführung eines Systems zur Behandlung von Typ-1-Diabetes zu beschleunigen.

Die in London und Kopenhagen ansässige App für digitales Gesundheitscoaching Liva Healthcare sicherte sich unterdessen eine Finanzierung von 671.683 Dollar (603.405 Euro) aus dem EU-Programm „Horizon 2020“, um die Forschung zur Behandlung von schwangeren Frauen, bei denen das Risiko besteht, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, zu unterstützen.

WAS GESAGT WURDE

Lucy Jones, klinische Direktorin von Oviva, sagte: „Verhaltensänderungen sind der sicherste und kosteneffektivste Weg zur Vorbeugung und Bewältigung ernährungsbedingter Erkrankungen einschließlich Typ-2-Diabetes. Mithilfe unserer Technologie können die Patienten ihre Gesundheit besser managen. Dadurch werden die Compliance und die Ergebnisse verbessert.“

Kai Eberhardt, CEO und Mitbegründer von Oviva, sagte: „Die neue Finanzierung ermöglicht es uns, unsere einzigartig erfolgreiche Lösung rasch auf große Patientengruppen in ganz Europa zu übertragen und die zu Grunde liegende Technologie weiterzuentwickeln, um die Bedürfnisse der Patienten besser zu befriedigen.“

Christoph Kausch, CEO von MTIP, erklärte: „Oviva ist ein hervorragendes Beispiel für ein digitales Gesundheitsunternehmen mit dem Potenzial, das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zum Besseren zu verändern.“

Christoph Ruedig, Partner bei AlbionVC, sagte: „Obwohl überzeugende Beweise dafür vorliegen, dass digitale Behandlungen den Zugang und die Ergebnisse von Patienten erheblich verbessern und gleichzeitig die Kosten für die Gesundheitssysteme senken, investiert Europa in diesem Bereich im Vergleich zu den USA nur einen Bruchteil. Wir freuen uns, Ovivas beschleunigten Rollout in ganz Europa weiterhin zu unterstützen.“


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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