Digitale Physiotherapie reduziert Schmerzen

Eine neue Studie im JMIR zeigt, dass Patienten, die auf digitale Physiotherapie setzen, von einer Verbesserung ihrer Schmerzen berichten – im Durchschnitt um 68,5 Prozent.

von
Laura
Lovett

Die Physiotherapie der Zukunft könnte deutlich virtueller werden. Eine kürzlich im Journal of Medical Internet Research (JMIR) veröffentlichte Studie ergab, dass die Schmerzen der Teilnehmer, die das digitale Bewegungstherapieprogramm von Hinge Health – einem digitalen Health Start-Up aus San Francisco – verwendeten, um mehr als zwei Drittel abnahmen.

„Hinge Health ist das erste digitale Unternehmen für Muskuloskelettale Medizin (MSK), das eine von Experten begutachtete, groß angelegte Studie veröffentlicht“, sagte Dr. Jeffrey Krauss, der oberste Amtsarzt bei Hinge Health, in einer Stellungnahme.

„Die herausragende Adhärenzrate und Vermeidung von geplanten Operationen von Hinge Health bestätigen, warum wir die marktführende Investition getätigt haben. Somit können sowohl Physiotherapeuten als auch zehnmal so viele Gesundheits-Coaches die Teilnehmer mit chronischen MSK-Schmerzen unterstützen.“

DIE WICHTIGSTEN DATEN

Im Durchschnitt berichteten die Studienteilnehmer von einer Verbesserung der Schmerzen um 68,5 Prozent, gemessen mit Hilfe der visuellen Analogskala (VAS) von Studienbeginn bis -ende. Diejenigen, die das 12-wöchige Programm beendeten, registrierten zu 78,6 Prozent minimale Verbesserungen ihrer Schmerzen.

Die Forscher untersuchten außerdem die Abschlussrate für das Programm. Über 73 Prozent der Teilnehmer, die mit der Studie begannen, schlossen diese auch ab. Diejenigen, welche die Studie zu Ende führten, erlebten eine stärkere Schmerzabnahme als ihre Mitteilnehmer, welche die Studie nicht abschlossen.

In zweiter Linie konzentrierten sich die Studienergebnisse auf Depressionen. So fanden die Forscher heraus, dass sich Angstzustände und Depressionen der Benutzer um 58 Prozent verringerten.

WIE DIE STUDIE DURCHGEFÜHRT WURDE

An der Studie nahmen insgesamt 10.264 Patienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren teil. Von diesen hatten 3.796 Knieschmerzen und 6.468 hatten mindestens drei Monate lang Schmerzen im unteren Rückenbereich.

Jeder Teilnehmer erhielt ein Tablet mit der Hinge-Health-App und zwei tragbaren Bluetooth-Bewegungssensoren, die während des Trainings verwendet wurden. Das Hinge-Programm selbst umfasst eine digitale In-App-Bewegungstherapie, bei der die Sensoren des Patienten anzeigen, ob sich der Teilnehmer für jede Übung im richtigen Bereich befindet.

Außerdem wurde jedem Teilnehmer ein persönlicher Coach für Fragen und Austausch zugewiesen. Die Probanden wurden in Selbsthilfegruppen eingeteilt, um sich gegenseitig bei technischen Fragen helfen zu können.

Hinge Health wies die Teilnehmer an, die sensorgesteuerte Therapie bis zu dreimal pro Woche durchzuführen.

DER ALLGEMEINE TREND

Auch wenn Hinge möglicherweise als erster Anbieter für digitale Physiotherapie eine derart groß angelegte Studie abgeschlossen hat, gibt es eine Reihe weiterer, digitaler Gesundheitsunternehmen, die auf die Behandlung des Bewegungsapparates spezialisiert sind. Kaia Health beispielsweise ist eine digitale Physiotherapie-Plattform, die im September 8 Millionen US-Dollar einbrachte.

Auch in Bezug auf verschiedene Apps gibt es bereits Untersuchungen. Im Jahr 2018 startete das App-basierte Programm Kiio, das auf die Behandlung von Rückenschmerzen angelegt ist, zusammen mit Quartz Health Solutions ein einjähriges Pilotprojekt für sein Produkt.

In dem Pilotprojekt mit 515 Probanden stellte Kiio fest, dass diejenigen, welche die Plattform nutzten, weniger medizinische Ausgaben, Besuche bei Anbietern, verschriebene Rezepte für Opioid-Medikamente und andere positive Ergebnisse im Zusammenhang mit Rückenschmerzen verzeichneten.

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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Laura Lovett, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews

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