Siilo-Netzwerk jetzt auch für die Notfallmedizin

Die DGNIA hat ein neues Netzwerk des niederländischen Messengers eröffnet, mit dem Akut- und Intensivmediziner Notfalldaten bundesweit sicher austauschen können.

von
Anna
Engberg

Wie die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) Ende Juli in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat, erhält das Kommunikationsnetzwerk von Siilo in Deutschland Zuwachs.

Nach der Einführung des Siilo-Messengers für die Intensivmedizin und andere Fachgesellschaften in Deutschland, können sich jetzt alle 1800 Mitglieder der DGNIA daran anschließen und miteinander vernetzen.

DER HINTERGRUND

Zum Start der Bekanntgabe lud bereits ein Drittel der DGNIA-Mitglieder den Siilo-Messenger herunter und installierte das Tool.

Der medizinische Messenger-Dienst Siilo unterstützt die Kommunikation und kollaborative Zusammenarbeit von Ärzten einer Fachgesellschaft und interdisziplinären Fachteams, indem z.B. Daten zu einzelnen Patientenfällen auf sichere Weise ausgetauscht werden können.

Neben verschlüsselten Kurznachrichten, können auch Sprach- und Videoanrufe stattfinden. Sowohl die anonymisierte Kommunikation als auch der DSGVO-konforme Datenaustausch können zwischen den medizinischen Fachkräfte eines Netzwerks, aber auch mit Behörden und über Landesgrenzen hinweg erfolgen.

Darüber hinaus dienen die Siilo-Netzwerke auch zum kollegialen und berufspolitischen Austausch einer Ärztegruppe.

WAS GESAGT WURDE

Der DGINA-Präsident Martin Pin, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Florence Nightingale Krankenhaus Düsseldorf, betonte: „Der Messenger gibt uns die Möglichkeit, die Schwarmintelligenz unserer Mitglieder zu nutzen. Ein Erfahrungsaustausch kann schnell und unkompliziert stattfinden – aktuell beispielsweise in Bezug auf die Aufnahme von PatientInnen, die aus der Hochwasserkatastrophen-Regionen evakuiert und behandelt werden mussten.“

Siilos Medical Director Sassan Sangsari fügte hinzu: „Medizinische Abteilungen sind keine Inseln und möchten auch keine sein.“ Für das Wohl der PatientInnen sei es wichtig, sensible Gesundheitsinformationen schnellstmöglich mit den weiterbehandelnden Kollegen zu teilen.

„Das kann oftmals sogar über Leben und Tod entscheiden. Die Notfall- und Intensivmedizin hat in dieser Bewährungsprobe (Corona-Pandemie) gezeigt, wie moderne, vernetzte Medizin im digitalen Zeitalter aussieht“, so Sangsari.

Der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Hamburg Wandsbek, Sebastian Casu, sagte: „Indem wir in der sogenannten Kachel ‚DGINA Weekly‘ regelmäßig Inhalte hochladen, bekommt unser Siilo-Netzwerk Fortbildungscharakter. Jeden Montag stellen wir dort einen Patientenfall vor, jeden Donnerstag diskutieren wir etwas aus der Politik und jeden Freitag besprechen wir ein Bild aus dem notfallmedizinischen Klinikalltag. Durch die differenzierten Meinungen der KollegInnen kann jeder sein eigenes Wissensspektrum erweitern.”

GUT ZU WISSEN

Die DGINA ist eine deutsche Fachgesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die notfallmedizinische Versorgung von Patienten und die Arbeitsbedingungen in der Notfallmedizin zu verbessern.

Das niederländische Health-Tech-Unternehmen Siilo hat mit der gleichnamigen, DSGVO-konformen Messenger-App ein Kommunikationstool entwickelt, das in den Niederlanden inzwischen 60 Prozent aller Ärzte nutzen und welches u.a. bereits am Uniklinikum Düsseldorf, bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) eingesetzt wird.

Weitere Informationen finden Sie HIER

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