Mit digitalem Medikationsplan ins Krankenhaus

Leipziger Kliniken starten eHealth-Projekt „eMMa“ für optimiertes Aufnahme-Management

von
Anna
Engberg

Bereits mit einem digitalen Medikationsplan ins Krankenhaus kommen – dieser Zielsetzung geht man am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) jetzt nach. Laut einer Pressemitteilung hat die Uniklinik im März zusammen mit den Sana Kliniken Leipziger Land den Testbetrieb für elektronisch erstellte Medikationspläne unter dem Projektnamen „eMMa“ gestartet.

Das Verbundprojekt wird vom Bundesland Sachsen und seitens EU über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und zielt auf die Verbesserung der Arzneimittel-Therapiesicherheit und aktiven Einbindung der Patienten in die eigene Therapie ab.

DER HINTERGRUND

Hinter der Projektbezeichnung „eMMa“ steht „Patientenzentriertes eMedikationsmanagement als Add-On zum bundeseinheitlichen Medikationsplan“.

Der digitale Medikationsplan, den beide Kliniken jetzt erproben, verwendet als Vorlage und Datenquelle den bundeseinheitlichen Medikationsplan und dessen zugehörige App und greift auf mögliche vorhandene Medikationsdaten des Patienten in denselben zurück.

Zukünftig werden die Leipziger Patienten bei der Aufnahme im Krankenhaus im Rahmen eines Apotheker-Arzneimittelgesprächs auf die Möglichkeit hingewiesen, ihre Medikationsdaten auf der Plattform Mein Klinikplan einzutragen. Hierdurch stehen dem behandelnden Arzt alle relevanten Informationen unmittelbar zur Verfügung. Die Daten auf der Plattform können durch den Behandler ergänzt werden, werden jedoch von Patientenseite aus gesteuert.

Das soll, so hofft man in Leipzig, die Patientensicherheit erhöhen und das Aufnahme-Management verbessern, indem Patienten beim Aufnahmegespräch mehr Zeit gewidmet wird. Unverträglichkeiten und arzneimittelbezogene Probleme werden somit früher sichtbar.

Dies soll letztlich auch der ambulanten Versorgung zu Gute kommen.

WAS GESAGT WURDE

Prof. Dr. Thilo Bertsche vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) erklärte: "Dadurch sollen arzneimittelbezogene Probleme rechtzeitig erkannt werden, bevor diese zu Risiken für den Patienten führen. Wir wollen nun untersuchen, inwieweit hierdurch die Patientensicherheit verbessert werden kann.“

"Wir sehen dieses E-Health-Projekt vor allem als Unterstützung für dieses (Apotheker-Arzneimittel-)Gespräch, welches es in solcher Form nicht an jeder Klinik gibt“, sagte Dr. Yvonne Remane, Direktorin der UKL-Apotheke.

Dr. Ralf Sultzer, Chefarzt beim beteiligten Geriatriezentrum Zwenkau, betonte: "Wir wollen mit 'eMMa' erreichen, dass unsere Patienten mit einem aktuellen Medikationsplan ins Krankenhaus kommen." 

GUT ZU WISSEN

Für „eMMa“ kooperieren eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Institutionen der Universität Leipzig, dem Universitätsklinikum Leipzig und dem gemeinsamen Zentrum für Arzneimittel-Therapiesicherheit (ZAMS) mit regionalen Wirtschaftsträgern.

Im Rahmen des Verbundprojekts werden zukünftig weitere ergänzende Mehrwerte für digitale Medikationspläne getestet und evaluiert.

Für weitere Informationen klicken Sie bitte HIER

 

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