Digitales COVID-19-Krisenmanagement: kostenlose Messenger-App für Ärzte und Pflege

Niederländisches Start-Up macht Siilo europaweit für medizinische Fachkräfte nutzbar

von
Anna
Engberg

Die klinische Messenger-App Siilo des gleichnamigen niederländischen Start-Ups ist im Zuge der Corona-Pandemie nun für alle medizinischen Fachkräfte in ganz Europa zur kostenlosen Nutzung freigeschaltet worden. Allein zwischen Mitte Februar und Mitte März stieg der Download des digitalen Kommunikationstools für Ärzte und medizinisch Pflegende um 500 Prozent an.

Dies teilte das Unternehmen Ende März in einer Pressemitteilung mit.

DER HINTERGRUND

Wie Healthcare IT News berichtete, ermöglicht die Messenger-App Siilo, die europaweit bei über 150.000 medizinischen Fachkräften und seit letztem Jahr u.a. bereits vom NHS Foundation Trust in London eingesetzt wird, die sichere, mobile Kommunikation und den geschützten Austausch von Patientendaten für Ärzte und Pflegekräfte.

Auch die Berliner Charité setzt seit kurzem auf den klinischen Messenger und hat mit Siilo ein krankenhausübergreifendes Netzwerk installiert, das dem Austausch von Behandlungsprotokollen und Krisenplänen im deutschlandweiten, universitären Klinikverbund dient.

Im Zuge des COVID-19-Krisenmanagements stellt Siilo den Messenger jetzt dem Personal in allen Krankenhäusern Europas kostenlos zur Verfügung – vorläufig ohne zeitliche Begrenzung, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Mediziner im Krankenhaus, aber auch Hausärzte und medizinisches Fachpersonal, erhalten somit ohne zeitliche Verzögerungen Zugriff auf Gesundheitsinformationen und Befunde von Patienten und können wichtige Informationen wie Updates von Kapazitäten, Behandlungsstandards oder Infektionszahlen unmittelbar einsehen.

Zudem können sie sich mit dem ärztlichen Notdienst sowie auch mit Kollegen einrichtungs- und länderübergreifend zeitnah über neue Entwicklungen und Erkenntnisse austauschen, beispielsweise in Diskussionsforen und Krisennachrichtengruppen.

Dies soll, so hofft man bei Siilo, zu verbesserter Teamarbeit und einer Entlastung der medizinischen Fachkräfte insgesamt führen, gleichzeitig aber auch die Ressourcenplanung verbessern.

Der Zugriff auf die App erfolgt über die geschützte Organisationsplattform Siilo Connect, welche die Gesundheitsdaten der Patienten nach DSGVO-konformen Standards mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor externen Zugriffen schützt. Damit unterscheidet sich der klinische Messengerdienst signifikant von allgemeinpopulären Nachrichtendiensten wie z.B. WhatsApp. Die App kann über die App-Stores für iPhone und Android heruntergeladen und innerhalb von 24 Stunden erfolgreich implementiert werden, eine Einbettung in die IT-Infrastruktur des Krankenhauses ist nicht erforderlich.

Die drei typischen Anwendungsbereiche der Siilo-App sind interne Krankenhausnetzwerke, Peer-Netzwerke sowie regionale und globale Netzwerke.

WAS GESAGT WURDE

"Wir wissen nicht viel über das Coronavirus“, sagte der Siilo-Deutschlandchef Daniel Pourasghar: „Daher muss jede neue Erkenntnis schnellstmöglich unter Fachleuten ausgetauscht werden, auch international. Nur so können wir die Pandemie über Grenzen hinweg effektiv bekämpfen.“ Die herkömmlichen Kommunikationswege seien dazu zu langsam, betonte er. Diese Zeit habe man jetzt jedoch nicht.

Der Charité-Arzt Prof. Martin Möckel, der Siilo zum Austausch mit den Ärztlichen Leitern der Notfall- und Akutmedizin der deutschen Universitätskliniken anwendet, berichtete: „Als Krankenhäuser und insbesondere Universitätskliniken haben wir klare Krisenpläne, aber Pandemien wie das Coronavirus sind institutionsübergreifend und verlangen von uns, weiterzudenken und zu handeln. In dieser sich ständig verändernden Landschaft besteht ein entscheidender Bedarf an organisatorischer, regionaler und nationaler Kommunikation zwischen den Experten.“

GUT ZU WISSEN

Das Jungunternehmen Siilo mit Sitz in Amsterdam wurde 2016 gegründet und hat sich auf den DSGVO-konformen Austausch von medizinischen Daten spezialisiert, um die Patientenversorgung in Europa zu verbessern. 2018 wurde das Start-Up mit 4,5 Millionen Euro durch internationale Investoren gefördert.

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