Digitales Pathologie-Labor

Münchner Start-Up Inveox mit 17 Mio. Euro gefördert

von
Anna
Engberg

Das Münchner Start-Up Inveox hat ein KI-gestütztes System zur Digitalisierung und Automatisierung von Laborprozessen in der Pathologie entwickelt. Damit soll die Diagnostik von Gewebeproben wie z.B. bei Krebsverdacht schneller und verlässlicher werden.

Nach einer aktuellen Mitteilung von EU-Startups wird das Jungunternehmen jetzt mit 17 Millionen Euro gefördert.

„Mit den Fördermitteln werden wir unsere bevorstehende Serienproduktion und die Expansion in neue Märkte unterstützen“, erklärte Maria Sievert, Managing Partner bei Inveox. Die Investoren hinter der bislang höchsten Fördersumme gab das deutsche Unternehmen allerdings nicht bekannt.

DER HINTERGRUND

Digitale Services wie KI-unterstützte Automatisierungssysteme zur schnelleren und zuverlässigeren Diagnostik werden in der Pathologie zunehmend häufig eingesetzt, u.a. bei Krebsverdacht.

Das KI-gestützte System von Inveox kommt derzeit bereits in mehreren Einrichtungen im Gesundheitswesen in der DACH-Region zum Einsatz, darunter auch an bekannten, deutschen Universitätskliniken.

Bestandteil der digitalen Dienste von Inveox sind eine Web-Plattform, über welche der Arzt, der eine Probe einsendet, einen digitalen Untersuchungsauftrag startet und abwickelt. Über diese strukturierte und verschlüsselte Daten- und Kommunikationsplattform kann der aktuelle Stand der Gewebeprobe in Echtzeit bis zur Diagnose verfolgt und abgefragt werden.

Mit einem intelligenten Probenbehälter will das Start-Up außerdem die Gefahr von Verwechslungen und Verunreinigungen bei Patientenproben bannen. Eine eindeutige ID stellt den Datentransfer nebst Tracking sicher.

Darüber hinaus wird über einen von Inveox bereit gestellten Automaten die gleichzeitige, automatisierte Verarbeitung von mehreren Proben nebst Datenerfassung, Foto-Dokumentation und Bilderkennung möglich. Dies soll den Durchsatz an Proben erhöhen und die Arbeitskräfte entlasten, hofft man in München.

WAS GESAGT WURDE

“Wir möchten technische Labormitarbeiter unterstützen, die Patientensicherheit erhöhen und die Verlässlichkeit im gesamten diagnostischen Prozess verbessern”, betonte Maria Sievert in einer Erklärung.

GUT ZU WISSEN

Das Münchner Unterhmen Inveox wurde 2017 gegründet und wächst seitdem stetig an. Ende 2018 eröffnete das Start-Up eine Niederlassung in Krakau (Polen). Die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen in der Gewebepathologie im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz (KI) ist das primäre Anliegen hinter der Firmengründung von Inveox.

DER GRÖSSERE TREND

Kommen Gewebeproben im Labor an, wird deren Aufbereitung und Untersuchung nun vielfach digitalisiert und beschleunigt vorgenommen – und auch die diagnostischen Resultate werden durch die Unterstützung bei der Erkennung präziser und ebnen den Weg für eine personalisierte Diagnostik und Therapie auf Basis von gesteigerter Datennutzung und KI.

Gleichzeitig steigert die digitale Technologie in der Pathologie die Effizienz und Profitabilität der Labore.

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