Digitalwende durch Innovation

TMF und GVG launchen erstes Nationales Digital Health Symposium 2019

von
Anna
Engberg

Unter dem Motto „Apps, Akten und AI: Digitale Gesundheitsinnovationen made in Germany?“ veranstaltete die TMF, Dachorganisation für die medizinische Verbundforschung in Deutschland, zusammen mit der GVG, der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung, Mitte November das erste Nationale Digital Health Symposium am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin.

Auf der Veranstaltung, die das Anliegen hatte, Leistungserbringer, Forscher, Kostenträger, Patientenorganisationen und politische Entscheidungsträger aus dem deutschen Gesundheitswesen zu vernetzen, wurden Fragen zur Ausrichtung des Gesundheitssystems für mehr Patientennutzen und effizientere Prozesse diskutiert.

DER HINTERGRUND

Mit dem im November verabschiedeten Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) gilt der digitale Auf- und Umbruch im deutschen Gesundheitswesen als besiegelt und es ergeben sich für die medizinische Versorgung in Deutschland neue innovative Möglichkeiten für Ärzte wie Patienten.

Dies führt zu einer effizienteren Datennutzung und damit zu Verbesserungen für Versorgung und Forschung, aber auch zu neuen Herausforderungen für Politik und Gesundheitsversorger, die den notwendigen Rahmen abstecken.

Vor allem soll die Versorgung zukünftig patientenorientier gestaltet werden und Patienten digitale Innovationen schneller als bisher zugänglich machen, plädierten die Referenten.

Die Gewährleistung der Patientensicherheit und der Nutzennachweis seien bei der Datennutzung für die Forschung sowie Zulassung und Erstattung von digitalen Gesundheitsanwendungen wichtige Kriterien, hieß es seitens der Patientenvertreter. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erläuterte demgemäß das Zulassungsverfahren der „Apps auf Rezept“ als Medizinprodukt und die Bertelsmann-Stiftung stellte ein zusammen mit AppQ entwickeltes Gütekriterienset für digitale Gesundheitsanwendungen vor.

In diesem Zusammenhang regte der Referent der Uniklinik RWTH Aachen Prof. Dr. Rainer Röhrig eine bundesweite Plattform zum Kompetenzaufbau zum neuen europäischen Medizinprodukterecht an, um Innovationen schneller in die Routineverorgung bringen zu können.

Der Umgang mit Daten – von der Erschließung nationaler Daten für die Versorgungsforschung bis zur Vernetzung der Routine- und Abrechnungsdaten auf Bundesebene – stand ebenso im Fokus wie das Erfordernis internationaler Standards bei der einheitlichen Strukturierung und sektorenübergreifenden Verfügbarkeit der Daten. Hierfür sprachen sich sowohl die Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das Aktionsbündnis Patientensicherheit als auch das Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen aus.

Zudem propagierten die Experten das Konzept einer „forschungskompatiblen ePA 2.0“ zusammen mit einer „neuen Kultur der Transparenz und Datenteilung“.

WAS GESAGT WURDE

„Gut gemachte Digitalisierung muss dazu beitragen, Abläufe effizient zu gestalten und Zeit für die Kernaufgaben der Ärztinnen und Ärzte frei zu machen“, betonte Prof. Dr. Jörg Debatin vom Health Innovation Hub des Bundesministeriums für Gesundheit auf dem Nationalen Digital Health Symposium 2019.

„Bei allen zukünftigen Spezifikationen haben wir den Praxisnutzen fest im Blick und wollen eine stärkere Rolle in der Koordination der Digitalisierung im Gesundheitswesen ausüben. Auch mit Blick auf die Umsetzung einer forschungskompatiblen ePA bis zum Jahr 2025 wird die gematik nur noch international anschlussfähige Standards zur Grundlage der weiteren Entwicklungen machen“, kündigte der Geschäftsführer der gematik Dr. Markus Leyck Dieken an.

Die Bundespatientenbeauftragte Prof. Dr. Claudia Schmidtke, forderte: „Digitale Innovationen – seien es Patienten-Apps, diagnostische Entscheidungshilfen oder schlicht die Tatsache, dass wichtige Informationen dann tatsächlich verfügbar sind, wenn sie für die Prävention und Therapie benötigt werden – müssten sich an ihrem konkreten Beitrag für eine bessere Behandlung messen lassen.“

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