Eröffnen das neue Rechenzentrum des Universitätsklinikums Freiburg: Dr. Michael Kraus, Leiter des Klinikrechenzentrums am Universitätsklinikum Freiburg, Peter Lais, Geschäftsführer der badenIT, und Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg (v.l.n.r.); Foto: Universitätsklinikum Freiburg

Patientendaten der Freiburger Uniklinik doppelt gesichert

Zunehmende Digitalisierung und Vernetzung erfordern weit höhere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Patientendaten als bisher. Das Universitätsklinikum Freiburg investiert in Datensicherheit und -verfügbarkeit.

Im Zeitalter der digitalen Transformation spielt die sichere Erfassung digitaler Patienteninformationen und deren Austausch eine zentrale Rolle. Die zunehmende Vernetzung innerhalb des Gesundheitswesens kommt mit erhöhten Risiken der Datensicherheit einher. Auch in Deutschland sehen sich immer mehr Krankenhäuser Ransomware-Angriffen ausgesetzt. Dies erfordert verstärkte Vorkehrungen zur Sicherung der hochsensiblen Daten.

Genau dies hat auch das Universitätsklinikum Freiburg erkannt und aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit in ein zweites Rechenzentrum investiert: „Digitalisierung und Vernetzung sind zu wesentlichen Innovationstreibern in der Krankenversorgung geworden. Wir freuen uns, mit dem optimierten Datenmanagement die Entwicklungen der Informationstechnologie in vollem Umfang für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten einzusetzen“, äußert sich Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg.

Zwei sind besser als Eins

Das zusätzliche Rechenzentrum wurde im Januar 2019 in Betrieb genommen. Es soll nun das Krankenhaus besser als zuvor vor Ausfällen schützen. Dadurch ist es möglich, sämtliche versorgungskritischen Daten parallel an zwei voneinander unabhängigen Rechenzentrumsstandorten zu speichern, die beide vom Universitätsklinikum Freiburg betrieben werden. Beide Standorte verfügen über eine hohe interne Absicherung. Die unabhängige Versorgung mit Strom und Notstrom erlaubt, dass selbst beim kompletten Ausfall eines Standorts ein sicherer und weitgehend unterbrechungsfreier Klinikumsbetrieb gewährleistet ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die erforderlichen Patientendaten wie Laborergebnisse, CT- und MRT-Aufnahmen sowie Therapiedokumentation für Diagnose und Behandlungen rund um die Uhr verfügbar sind.

Um sowohl unter technologisch als auch betriebswirtschaftlich optimalen Rahmenbedingungen zu wirtschaften, hat sich das Universitätsklinikum entschlossen, die neu erstellte Rechenzentrumsinfrastruktur der badenIT zu nutzen. Letztere ist für den sicheren Betrieb der Infrastruktur zuständig (Gebäude, Strom, Klimatisierung, unabhängige Stromversorgung und die Netzersatzanlage), wohingegen die Uniklinik Freiburg vollständig für den Betrieb der Server, Datenspeicher und Netzwerkkomponenten zuständig ist. Dabei sind die Server über zwei unabhängige Glasfaserstrecken an das Netz des Universitätsklinikums Freiburg angebunden. Dieses exklusive Glasfasernetz („dark fiber“) wird ausschließlich von der Uniklinik verwendet. Dadurch werden hohe Übertragungsraten, verschlüsselte Datenübertragung und eine direkte Kontrolle über den Datenfluss gesichert.

„Für klinische Rechenzentren gelten nach dem IT-Sicherheitsgesetz besonders strenge Auflagen, die wir mit unseren zwei Rechenzentren bestens erfüllen“, sagt Dr. Michael Kraus, Leiter des Klinikrechenzentrums am Universitätsklinikum Freiburg. Das Rechenzentrum der badenIT wurde dafür eigens in sogenannte Suiten, das sind einzelne, abgetrennte Bereiche, unterteilt. „Zu der Suite, die das Universitätsklinikum Freiburg angemietet hat, haben ausschließlich die Mitarbeiter des Klinikrechenzentrums Zutritt“, erläutert der Geschäftsführer der badenIT Peter Lais.

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cwm

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