Health-Tech Start-Up digitalisiert Wachstumsentwicklung von Babys

Mit intelligenten Baby-Waagen will ein deutsches Jungunternehmen jetzt Probleme in der Nachgeburtsphase angehen – und weltweit genauere Vergleichsdaten schaffen

von
Anna
Engberg

Digitale Babywaagen nebst App könnten schon bald einige Probleme der Hebammen- und Gesundheitsversorgung in den ersten Lebenswochen und -monaten von Neugeborenen lösen. Das deutsche Health-Tech Start-Up Emiltonia aus Düsseldorf erprobt derzeit seine stationäre Digitalwaage für Babys nebst App und plant die Markteinführung einer weiteren intelligenten Hängewaage im Juli, mit deren Hilfe weltweit lokalspezifische Vergleichsdaten für die Wachstumsentwicklung von Babys geschaffen werden sollen.

DER HINTERGRUND

In Deutschland gibt es derzeit einen Mangel an Nachsorge durch Hebammen: nur rund 30 Prozent der Eltern finden nach der Geburt eine Hebamme. Die Suche im Internet nach Informationen zur gesunden Wachstumsentwicklung und möglichen Problemen führt nicht selten zu noch größerer Unsicherheit bei neuen Eltern.

Damit Eltern aber Vertrauen in das Wachstum Ihres Kindes entwickeln, sollen sie nun über die intelligenten Waagen die Möglichkeit erhalten, die Werte Ihres Babys eigenständig zu überprüfen und mit statistischen Durchschnittswerten zu vergleichen. Hebammen und Ärzte wiederum können die Digitalwaagen mit App zur zentralisierten Datenerfassung und -verwaltung nutzen und zum Beispiel telemedizinisch oder ohne Hausbesuche beratend tätig werden.

WAS GESAGT WURDE

„Die Durchschnittswerte in der Emiltonia App basieren derzeit auf weltweiten WHO-Daten, mit denen auch Ärzte und Hebammen in Deutschland seit jeher arbeiten“, erklärt Start-Up Gründer Michael Hebel und betont: „Die WHO-Daten sind jedoch relativ alt und berücksichtigen weder lokale, genetische Unterschiede noch lokale Ernährungssituationen. Wir brauchen deshalb eine Lokalisierung der Durchschnittswerte bei der Wachstumsentwicklung von Babys.“ Dieses Ziel könne man über die Datenerfassung innerhalb der App bei Emiltonia mittelfristig erreichen, hofft der Gründer.

WIE ES WEITER GEHT

Derzeit ist der Prototyp der stationären Babywaage von Emiltonia noch im Testeinsatz von Hebammenpraxen, doch schon im Juli will Gründer Michael Hebel die digitale Hängewaage in den Markt einführen. Der Download der App ist bereits möglich.

„Innerhalb der App sammeln wir neben dem Tracking der Wachstumsentwicklung weitere Daten, etwa über die Ernährung, und unterstützen Einzelfälle über einen längeren Zeitraum.“ Hebel hofft, dass Eltern über die App Unterstützung finden, indem sie Wissen über den individuellen Wachstumsprozess und die altersgemäße Entwicklung Ihres Babys erhalten.

Neben der Wachstumskontrolle zur besseren Selbstbeurteilung sollen die Wachstumsdaten aus dem Home Monitoring zukünftig auch in internationale Wachstums- und Ernährungsstudien fließen. Kostenträger könnten zudem die von Hebammen erbrachten Dienstleistungen besser mitverfolgen, so der Start-Up-Gründer.

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