Ein Schub für die Telemedizin: Rückblick zum 11. Telemedizinkongress

Der 11. Telemedizinkongress der DGTelemed informierte rund um telemedizinische Erfolgsmodelle in der Pandemie und ihre Vergütung. Zudem wurde der Telemedizinpreis 2021 verliehen.

von
Anna
Engberg

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) hat am 9. März 2021 den 11. Telemedizinkongress unter dem Motto „Krise als Katalysator: Telemedizin startet durch“ gemeinsam mit dem Zentrum für Telematik und Telemedizin (ZTG) veranstaltet.

Erstmals fand der Nationale Fachkongress Telemedizin rein digital statt. Der in diesem Rahmen verliehene Telemedizinpreis 2021 ging an ein Charité-Projekt aus der Nephrologie.

DER HINTERGRUND

Im ersten der beiden thematischen Blöcke behandelte der Telemedizinkongress die Frage, wie sich mit Hilfe von telemedizinischer Technologie eine wertebasierte Patientenversorgung umsetzen lässt – u.a. an Hand von Erfolgsbeispielen aus der Teleintensivmedizin, der Videosprechstunde in der Psychotherapie und des Telemonitorings bei chronischen Erkrankungen. Der zweite Themenblock widmete sich der Frage, wie Finanzierungs- und Vergütungsmodelle für telemedizinische Versorgungskonzepte konkret aussehen können.

Im Rahmen des im vergangenen Jahres eingeführten Science Slam konnten überdies acht durch eine Jury vorausgewählte Bewerber ihre telemedizinischen Projektideen in Videoform vorstellen. Im Anschluss wurde das Charité-Projekt „Sektorenübergreifende telemedizinische Versorgung von Patienten nach Nierentransplantation“ von Prof. Dr. Klemens Budde zum Preisträger für den Telemedizinpreis 2021 durch Jury und Publikum bestimmt.

Der Telemedizinpreis wird seit 2007 im Rahmen des Nationalen Fachkongresses Telemedizin an Institutionen, Arbeitsgruppen und Einzelpersonen verliehen, die sich durch eine herausragende, telemedizinische Projektinitiative hervorgetan haben.

WAS GESAGT WURDE

In einer Videoansprache sagte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum Auftakt des Telemedizinkongresses: „Bei allem, was die Pandemie ist – eine Jahrhundert-Herausforderung, eine Zumutung, ein Stress-Test für unsere Gesellschaft und das Gesundheitswesen – sie ist zugleich auch ein Treiber für die Digitalisierung, für Innovationen, die Wissenschaft und Forschung (…) die Pandemie hat uns den Nutzen digitaler Innovationen in der Versorgung klar bewusst gemacht – mit vielen positiven Erfahrungen. Sehr deutlich geworden ist das gerade bei telemedizinischen Anwendungen, die Ärztinnen und Ärzte in der Pandemie verstärkt nutzen.“

Neben der Anbindung weiterer Leistungserbringer an die Telematik-Infrastruktur habe Deutschland in jüngster Zeit erweiterte Möglichkeiten für die Telemedizin, Videosprechstunden und Telekonsilien geschaffen, sagte der Gesundheitsminister. Es sei geplant, dass der kassenärztliche Bereitschaftsdienst telemedizinische Leistungen außerhalb der regulären Sprechstundenzeit anbieten könne und dass telemedizinische Leistungen zukünftig auch durch Heilmittelerbringer und Hebammen erbracht werden könnten.

Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, erklärte im Rahmen des Kongresses: „Das Coronavirus hat uns die Stärken und Schwachstellen in der Versorgung der Pflegebedürftigen und Patienten gezeigt.“ Damit Pflegekräfte die gesundheitliche Versorgung der Menschen im Land noch besser sicherstellen könnten, brauche es u.a. sinnvolle digitale Anwendungen, die Pflegekräften Arbeit abnähmen und diese entlasteten, betonte der Plegebevollmächtigte.

GUT ZU WISSEN

Eine vollständige Aufzeichnung des 11. Telemedizinkongresses können Interessierte hier online ansehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin ist eine nationale Vereinigung zur Förderung, Verbreitung und Markteinführung von telemedizinischen Lösungen, Diensten und Produkten.

Weitere Informationen finden Sie HIER

Auch für Sie interessant

Your search returned no results.