Schweiz etabliert Professur für Telenotfallmedizin

Universität Bern und Inselspital bauen Kooperation mit dem Touring Club Schweiz aus

von
Anna
Engberg

Die Universität Bern (UB) hat angekündigt, die erste deutschsprachige Stiftungsprofessur für Telenotfallmedizin in Europa einzuführen. Diese wird derzeit am Universitären Notfallzentrum (UNZ) im Inselspital des Universitätsspitals Bern eingerichtet.

Mit der neuen Professur sollen die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der telemedizinischen Notfallmedizin der Schweiz verbessert werden. Zudem soll sie dazu beitragen, den Mangel an Notfallmedizinern in der Schweiz abzufangen.

DER HINTERGRUND

Fördermittelgeber der neuen Professur ist der nationale Mobilitätsverband Touring Club Schweiz (TCS). Die auf zunächst vier Jahre angelegte Assistenzprofessur fördert der TCS mit 115.000 Schweizer Franken pro Jahr. Die Besetzung des Lehrstuhls wird auch international ausgeschrieben und ist ab Anfang 2020 geplant.

Weltweit gibt es erst wenige akademisch ausgerichtete Ausbildungsoptionen im Bereich der eNotfallmedizin. Die neue Professur für Telenotfallmedizin in Bern ist damit Vorreiter in Europa.

Inhaltlich wird sich der neue Lehrbereich u.a. damit beschäftigen, wann eNotfallmedizin sinnvollerweise eingesetzt wird, mit welchen Kommunikations- und Übertragungssystemen Ärzte ihre Patienten standortunabhängig rund um die Uhr betreuen können und wie elektronische Medien und technologische Lösungen Ärzte bei der Diagnostik und Therapie weitergehend nutzbringend unterstützen können.

WAS GESAGT WURDE

„Wir freuen uns, mit der Stiftungsprofessur den Medizinalstandort Bern weiter zu stärken – und die Notfallmedizin mit neuesten Technologien für die Zukunft zu rüsten“, sagte der Rektor der Universität Bern, Christian Leumann anlässlich der Neuerung.

Aristomenis Exadaktylos, der das Universitäre Notfallzentrum (UNZ) in Bern leitet, ergänzte, dass dies nicht nur für Ärzte, sondern auch für Pflegende von Vorteil sei und betonte: „Die eNotfallmedizin wird uns über große Distanzen hinweg mit modernsten Verfahren unterstützen, zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz.“

Philippe Klaus, Leiter der Personenassistance beim Touring Club Schweiz, verwies auf bisherige erfolgreiche Kooperationen mit der Universität Bern und begründete, warum man sich entschlossen habe, die eNotfallmedizin in Bern finanziell zu fördern: „Wir sind überzeugt, dass die Telenotfallmedizin in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen wird, denn die Gesellschaft wird immer mobiler und reiselustiger. Dennoch wollen Reisende nicht auf ihre medizinische Bezugsperson verzichten und weiterhin von der hohen Qualität der Schweizer Medizin profitieren.“

GUT ZU WISSEN

Der Touring Club Schweiz (TCS) und die Universität Bern (UB) haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammen gearbeitet: in Form eines telemedizinischen Assistenzdienstes, in dessen Rahmen Ärzte Gesundheitsdienstleistungen für die TCS-Mitglieder erbringen.

Weitere Informationen finden Sie HIER 



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