EU-Impfpass: Länder einigen sich auf technische Spezifikationen

Das „Digital Green Certificate“ ist in der Vorbereitung und soll bis Juni europaweit eingeführt werden.

von
Tammy
Lovell

Die Pläne zur Einführung von EU-weiten „Digital Green Certificates“ sind einen Schritt vorangekommen. Die Mitgliedsstaaten haben sich auf die wichtigsten technischen Spezifikationen dafür verständigt.

Die Nachweise sollen die Freizügigkeit während der COVID-19-Pandemie ermöglichen, indem sie die Impfung, das negative Testergebnis oder die Genesung einer Person von COVID-19 belegen.

Die Vertreter der Mitgliedstaaten im eHealth Network, einem freiwilligen Netzwerk, das die nationalen Behörden miteinander verbindet, haben sich auf Leitlinien geeinigt, in denen die wichtigsten technischen Spezifikationen für die Implementierung des Systems beschrieben sind.

Die Leitlinien umfassen Datenstruktur und Kodierungsmechanismen – einschließlich des QR-Codes – mit denen gewährleistet wird, dass sowohl digitale als auch Papierzertifikate EU-weit überprüft werden können.

Sie beschreiben auch das EU-Gateway, das von der Europäischen Kommission eingerichtet wurde, um den Austausch von elektronischen Signaturschlüsseln zu ermöglichen, damit die Echtheit der „Digital Green Certificates“ überprüft werden kann. Durch das Gateway werden keine personenbezogenen Daten von Nachweisinhabern übertragen, da diese für die Verifizierung nicht erforderlich sind.

Darüber hinaus beschreiben die Leitlinien Referenzimplementierungen für Software zur Ausstellung von „Digital Green Certificates“, eine Referenz-App zur Verifizierung von Nachweisen und eine Vorlage für eine Wallet-App, in der die Bürger die Nachweise speichern können. Referenzimplementierungen werden ab Mitte Mai als Open Source zur Verfügung stehen.

Als nächster technischer Schritt folgt der Aufbau der nationalen Infrastruktur, die Einführung nationaler Lösungen für die Ausstellung, Verifizierung und Speicherung von „Digital Green Certificates“ sowie die Einrichtung des EU-Gateways. 

Nach einer Pilotphase im Mai soll das EU-Gateway im Juni für die Mitgliedsländer freigeschaltet werden. 

WARUM DIES WICHTIG IST

Damit die „Digital Green Certificates“ bis Juni eingeführt werden können, muss die technische Umsetzung parallel zum Gesetzgebungsprozess voranschreiten. Dies ist ein entscheidender Schritt für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur auf EU-Ebene.

DER GRÖSSERE KONTEXT 

Im Vereinigten Königreich soll nach Angaben von Verkehrsminister Grant Shapps die NHS-App genutzt werden, um vor Auslandsreisen nachzuweisen, ob britische Bürger gegen COVID-19 geimpft oder negativ auf das Virus getestet wurden. Er arbeite, so Shapps, „mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen, um sicherzustellen, dass dieses System international anerkannt werden kann.“

WAS GESAGT WURDE

Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt, sagte: „Diese von den nationalen Experten einstimmig beschlossenen Leitlinien zeugen vom Engagement und der Bereitschaft der Mitgliedsstaaten und werden ihnen die für eine rasche Umsetzung erforderlichen Spezifikationen an die Hand geben.“

Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sagte: „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die ‚Digital Green Certificates‘ für die Bürger bis zum Sommer Wirklichkeit werden zu lassen. Nachdem die Impfungen überall in der EU immer schneller durchgeführt werden, arbeiten wir unermüdlich mit den Mitgliedsstaaten zusammen, um diese Infrastruktur wie versprochen in einem sehr anspruchsvollen Zeitrahmen aufzubauen.“

Didier Reynders, Justizkommissar, sagte: „Wir sind auf dem richtigen Weg, den Nachweis bis Juni einzuführen – damit die Europäer in diesem Sommer sicher und mit minimalen Einschränkungen reisen können.“

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Tammy Lovell, erschienen auf Healthcare IT News.

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