Österreich: hi.health startet europaweites Konto für Gesundheitskosten

Über die App hi.health vom gleichnamigen Start-Up aus Österreich können Privatversicherte ihre Rechnungen und Rezepte für medizinische Leistungen digital einreichen.

Das in Wien und Berlin ansässige Start-Up hi.health, das eine Schnittstelle zwischen privaten Krankenversicherungen und Kunden schafft, indem es die Erstattung von Gesundheitsleistungen auf digitalem Weg ermöglicht, startet das erste digitale Gesundheitskostenkonto in ganz Europa.

Mit der App hi.health können Kunden von privaten Krankenversicherungen ihre Rechnungen und Rezepte für medizinische Leistungen digital bei ihrer Versicherung einreichen.

Das neue Gesundheitskostenkonto übernimmt für Mitglieder privater Krankenversicherungen die sofortige Kostenerstattung bzw. die Begleichung offener Rechnungen.

WARUM DIES WICHTIG IST

Das Start-Up hat sich zum Ziel gesetzt, Privatversicherten einen einfacheren und schnelleren Zugang zu Gesundheitsleistungen zu ermöglichen, indem es bürokratische Prozesse reduziert.

Derzeit sind 8,7 Mio. Menschen in Deutschland privat krankenversichert. Rund 26,8 Mio. Menschen sind zudem privat zusatzversichert.

Im Gegensatz zu Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen übernehmen private Krankenversicherungen die Kosten für Gesundheitsleistungen ihrer Mitglieder in der Regel nicht direkt, sondern erstatten diese im Nachhinein. So tragen Privatversicherte die Kosten für eine medizinische Leistung zunächst selbst, reichen Rechnungen oder Rezepte später bei ihrer Versicherung ein und erhalten dann eine Erstattung der Kosten.

Mit der neuen Funktion will das hi.health-Konto seinen Nutzern ermöglichen, die Organisation von Belegen zu vereinfachen und Kosten direkt zu erstatten.

Nutzer können ihr Gesundheitskonto in der App einrichten und haben einen Überblick über ihren aktuellen Kontostand. Wenn eine Rechnung für eine Gesundheitsleistung bereits bezahlt wurde, kann sie in die App eingescannt werden. Der Anwender erhält die entstandenen Kosten direkt von hi.health. Das Unternehmen wickelt dann die Kostenerstattung mit der Krankenkasse ab. Wurde eine Leistung bereits in Anspruch genommen, aber noch nicht vom Versicherten bezahlt, wird die Rechnung ebenfalls in die App von hi.health eingescannt und sofort an den Rechnungssteller bezahlt.

Durch dieses Verfahren müssen die Nutzer der hi.health-App nicht im Voraus an ihre Krankenkasse oder hi.health zahlen.

DER GRÖSSERE KONTEXT

Deutschland hat im vergangenen Jahr als erstes Land der Welt digitale Apps als DIGA verschrieben, ein Verfahren, das die Erstattung über das gesetzliche Gesundheitssystem ermöglicht.

Bislang wurden 11 von 56 Anträgen erfolgreich bewilligt, weitere 21 befinden sich im Genehmigungsverfahren. Im März wurde mit Deprexis  als 11. App eine App für die psychische Gesundheit für die ärztliche Verschreibung zugelassen.

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Ein kürzlich veröffentlichtes Dokument des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat verdeutlicht, dass es trotz des außer Kraft gesetzten Datenschutzschildes (Privacy Shield) Ausnahmeregelungen für Deutschland gibt, die die Speicherung von Daten aus digitalen Gesundheitsanwendungen erlauben. MobiHealthNews untersuchte, was dies für DiGA-Entwickler bedeutet und wie sich dies auf das Geschäft der Cloud-Anbieter auswirkt.

WAS GESAGT WURDE

Fredrik Debong, Mitgründer und CSO von hi.health, sagte: „Die Erweiterung der hi.health-App um das Gesundheitskostenkonto war für uns der nächste logische Schritt auf dem Weg, die Kommunikation mit der Versicherung für Privatversicherte so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten. Wir haben hi.health mit der Vision gegründet, bürokratische Hürden in der Kostenstruktur für Privatversicherte abzubauen und ihnen ein zeitgemäßes, digitales Nutzererlebnis zu bieten.

„Seit unserem Start im Jahr 2019 haben wir bereits mehr als zehn Mio. Euro an Erstattungen verarbeitet – dies zeigt uns, dass der Bedarf der Versicherten sehr hoch ist. Das Gesundheitskostenkonto verbindet nun die eigene Krankenversicherung mit dem Erlebnis des mobilen Bankings.“

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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Sara Mageit, erschienen auf MobiHealthNews.

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