Ferngesteuerte Herz-OP

Erster Einsatz von Präzisions-Robotik am Uniklinikum Gießen

von
Anna
Engberg

Robotischen Präzisionstechnologien mit integrierter Bildgebung könnte in Zukunft eine stärkere Rolle bei vaskulären und kardiovaskulären Operationen zukommen.

An der Universitätsklinik Gießen als dem ersten Krankenhaus in Deutschland haben Ärzte nun erstmals eine minimalinvasive Herz-OP mit Hilfe eines FDA-zugelassenen und CE-zertifizierten Präzisionsroboters durchgeführt.

DER HINTERGRUND

Bei dem kardiovaskulären Eingriff am Uniklinikum Gießen setzte ein Gefäß-Operationsroboter des Typs Corpath GRX1 von Corindus (Siemens Healthineers) eine Gefäßstütze (Stent) erfolgreich in ein verengtes Herzkranzgefäß ein.

Die neue Technologie bietet der Medizin ein absolutes Novum: Über einen Monitor sehen Ärzte das erkrankte Gefäß und setzen Stents, Ballons und Katheter mit Hilfe der neuen robotischen Systeme zukünftig überwiegend ferngesteuert ein. Der Arzt steht somit nicht länger am Angiographie-Tisch, sondern steuert die Operation hochpräzise über das separate Kontrollmodul einer IT-Plattform.

Was für den Arzt weniger Strahlungbelastung bedeutet, heißt für Patienten im Umkehrschluss: eine kürzere OP-Dauer bei gleichzeitig höherer mechanischer Präzision der nun zunehmend standardisierten Behandlung.

WAS GESAGT WURDE

„Detaillierte Bildgebung in Kombination mit robotergestützter Intervention kann der minimalinvasiven Therapie eine höhere Präzision verleihen. Besonders komplexe Verfahren können standardisiert gestaltet werden und potenziell bessere klinische Ergebnisse liefern“, sagte Doris Pommi, Leitung Cardiovascular Care bei Siemens Healthineers.

„Das Robotersystem erlaubt durch seine mechanische Präzision Stents und Ballons zielgenauer zu positionieren. Das ist entscheidend für den prozeduralen Erfolg der perkutanen Koronarintervention und das langfristige Ergebnis“, betonte Prof. Dr. Christian Hamm, Direktor der Medizinischen Klinik I vom Uniklinikum Gießen.

GUT ZU WISSEN

Erst im August 2019 kaute Siemens Healthineers für mehr als eine Milliarde Dollar den US-amerikanischen Medizinroboter-Hersteller Corindus Vascular Robotics aus Boston auf, um sich in der Präzisionsmedizin stärker zu profilieren. Corindus ist ein Pionier auf dem Gebiet der minimalinvasiven Gefäß-Operationen.

DER GRÖSSERE TREND

Robotische Präzisionstechnologie wird Ärzte bei Operationen zukünftig noch häufiger unterstützen und es ihnen gerade auch bei komplexeren Prozessen wie Mehrgefäßerkrankungen ermöglichen, minimalinvasive Gefäß-Operationen schneller, präziser und effizienter durchzuführen.

Von Nutzen ist die robotische Präzisionstechnologie nicht nur für Wiedereröffnungen, wie etwa zur Vorbeugung von Schlaganfällen oder Behandlung von akuten Schlaganfällen, indem strömungsbedingte Engstellen in den Arterien erweitert werden können, sondern auch zum Verschluss von blutungsbereiten Gefäßveränderungen.

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