Finnlands digitales Genomprojekt

Auf der HIMSS & Health 2.0 European Conference wurde unlängst das FinnGen-Projekt vorgestellt. Ein kurzer Blick auf ein nationales Vorhaben

Finnland hat eine der ehrgeizigsten Anstrengungen weltweit unternommen, um Genom- und digitale Gesundheitsinformationen zusammenzuführen. Schon bald werden die Daten von einem Zehntel der Bevölkerung für modernste Analysen verfügbar sein.

Während einer Keynote auf der diesjährigen HIMSS & Health 2.0 European Conference stellten Aarno Palotie und Mark Daly vom Institut für Molekulare Medizin Finnland (FIMM) das FinnGen-Projekt vor. Ziel ist es, individuelle Gesundheits- und Genomdaten von 500.000 Finnen zu sammeln.

Rund 290.000 Personen haben sich inzwischen angemeldet, und im Februar 2019 standen bereits 146.000 Datensätze für Analysen zur Verfügung.

Laut Palotie knüpft das Projekt an die lange nordische Tradition der Erfassung von medizinischen Daten für Register an. Diese klinischen Langzeitdatensätze, verknüpft mit der Sozialversicherungsnummer des Einzelnen, können mit dessen Biobankdaten für medizinische Forschung aller Art korreliert werden. Dies wird durch ein breites, forschungsfreundliches Einwilligungsschema ermöglicht, das durch das finnische Biobankgesetz eingeführt wurde.

„Dies bietet ein enormes Potenzial für Entdeckungen, die unser Verständnis von Krankheiten verändern“, sagte Daly. So wurde kürzlich ein spezifisch finnischer genetischer Prädiktor für entzündliche Darmerkrankungen entdeckt. Andere genetische Prädiktoren wurden bereits in diesem frühen Stadium des Projekts bei Asthma und Diabetes entdeckt oder verifiziert.

„Entscheidend ist, dass die Rechenumgebung, in der die Analysen durchgeführt werden, absolut sicher ist. Ebenso wichtig ist ein hohes Maß an Autonomie des Einzelnen: Jeder kann die Einwilligung jederzeit widerrufen. Es ist vollkommen freiwillig.“


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Philipp Grätzel von Grätz, erschienen auf Healthcare IT News.

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