EIT Health forciert Wettbewerb für Frauengesundheit und digitale Therapie

Im Rahmen des Programms erhalten zwei Start-Ups jeweils 2 Millionen Euro Fördermittel.

von
Laura
Lovett

In diesem Jahr gab EIT Health, ein von der EU unterstütztes Netzwerk für die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, bekannt, dass der Fokus der 2020 Wild Card Health Challenge auf der Gesundheit von Frauen sowie auf digitalen Therapeutika liegen wird. 

Das im Jahr 2017 gestartete Programm bietet europäischen Unternehmen die Möglichkeit, mit verschiedenen Interessengruppen im Gesundheitswesen in Kontakt zu treten. Die Gewinner jeder Kategorie erhalten jeweils eine Förderung in Höhe von 2 Mio. Euro.  

Unternehmen, die in der Kategorie Frauengesundheit antreten, werden gebeten, die reproduktive Gesundheit, hauptsächlich Frauen betreffende Erkrankungen sowie den allgemeinen Gesundheitszustand von Frauen zu berücksichtigen. Start-Ups, die sich auf den Bereich Digitale Therapie konzentrieren, sollen sich mit Vorsorge-, Diagnose- und Verschreibungstechnologien, neuen Therapielösungen sowie Pflegemanagement befassen. 

Die Innovatoren müssen vier Hauptanforderungen erfüllen: die Anpassung an die Gesundheitsmodelle der EU, den Nutzennachweis, die Darstellung der Auswirkungen zur Lösung eines bislang unerfüllten Bedarfs sowie die Bereitstellung einer anwendbaren und umfassenden Lösung. 

WARUM DIES WICHTIG IST

Es gibt seit langem eine geschlechtsspezifische Diskrepanz zwischen Studien und Innovationen im Hinblick auf die Gesundheit von Frauen. 

„Die Gesundheitsversorgung von Frauen ist von entscheidender Bedeutung. Eine historische Unterrepräsentation von Frauen in der Forschung hat dazu geführt, dass Gesundheitsprobleme von Frauen übersehen oder unterschätzt wurden“, erklärte Jorge Fernández García, EIT Health-Direktor für Gesundheitsinnovation. „Frauen in Europa leiden schätzungsweise fast 12 Jahre ihres Lebens unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sie entwickeln häufiger Nebenwirkungen auf Medikamente und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die traditionell als Bedrohung für Männer angesehen werden, stellen neben Krebs das größte Sterberisiko für Frauen in Europa dar. Die Gesundheit von Frauen bietet ein weites Feld für die Gesundheitsinnovatoren in Europa. Wir freuen uns darauf, Durchbrüche zu unterstützen, die hier einen echten Einfluss haben können.“

DER GENERELLE TREND 

Sowohl Produkte bezüglich Frauengesundheit als auch digitale Therapeutika erobern den digitalen Gesundheitsmarkt rasch. Laut einem Bericht von Rock Health ist die Finanzierung von Femtech-Unternehmen von 2014 bis 2018 um 812 Prozents gestiegen. 

Auch digitale Therapeutika gewinnen an Bedeutung. Zu den großen Namen der Branche zählen Pear Therapeutics, Akili Interactive Labs und WellDoc. Aber es lief nicht immer alles glatt. In letzter Zeit hat sich eine Reihe von Unternehmen für digitale Therapie von ihren Partnern aus der Pharmaindustrie getrennt. Laut Branchenakteuren bedeuten diese jüngsten Hindernisse jedoch nicht das Ende der Technologien.  


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Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Laura Lovett, erschienen auf der englischsprachigen Version von MobiHealthNews.

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