Bayer fördert 11 neue Digital Health Start-Ups

Zu den neuen Start-Ups im G4A Förderprogramm von Bayer gehören Wellthy Therapeutics aus Indien, OKKO Health aus Großbritannien und Carepay aus Kenia.

Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat bekannt gegeben, dass er mit elf weiteren Start-Ups zusammenarbeiten wird. Die Förderung über das G4A Digital Health Partnerships-Programm soll die Entwicklung digitaler Produkte vorantreiben und damit die Gesundheit von Patienten verbessern.

Die Start-Ups, die sich mit Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Themen befassen, wurden, basierend auf dem Entwicklungsstadium ihrer Projekte, ihrer strategischen Eignung und internen Bewertungen durch Experten aus über 750 Bewerbungen aus 65 Ländern ausgewählt.

WARUM DIES SO WICHTIG IST

Die ursprünglich als Grants4Apps bekannte Initiative wurde 2013 von Bayer in Deutschland ins Leben gerufen und konzentrierte sich auf mobile Gesundheits-Apps. Sie wurde später auf andere Bereiche ausgeweitet und unterstützt seitdem rund 150 Unternehmen. Als Anerkennung der Entwicklung in der Welt der digitalen Gesundheit kündigte Bayer Anfang dieses Jahres an, seine Programme Accelerator, Dealmaker und Generator zur Gründung der Initiative G4A Partnerships zu vereinen.

"Das digitale Gesundheits-Ökosystem ist im Laufe der Jahre gereift und es gibt einige sehr gut entwickelte Start-Ups entlang der Wertschöpfungskette. Wir wollten den Prozess für Unternehmer vereinfachen, mit Bayer zusammenzuarbeiten und gemeinsam innovative Lösungen schneller zu skalieren. Aus diesem Grund ist es an der Zeit, die Zusammenarbeit auf die nächste Ebene zu heben", erklärte Eugene Borukhovich, globaler Leiter für digitale Gesundheit bei Bayer.

WIE ES WEITERGING

Jetzt ist die Initiative in zwei Arten nach Zusammenarbeit unterteilt. Im Rahmen des „Growth Track“ erhalten Start-Ups in der Frühphase 75.000 Euro für die Mitgestaltung von Produkten. Ihre Teams können auch den Coworking-Space im Hauptquartier des Bayer-Unternehmensbereichs Pharma in Berlin nutzen.

Zu den ausgewählten Partnern gehört Litesprite aus den USA, das Gamification verwendet, um Patienten bei der Behandlung chronischer Erkrankungen zu unterstützen. "Die Zusammenarbeit mit einer Organisation wie Bayer ist eine aufregende Gelegenheit und stärkt unsere Führungsposition im Bereich der digitalen Gesundheit", sagte Swatee Surve, Geschäftsführerinw von Litesprite.

"Bayer ist sich der Bedeutung der Verhaltenswissenschaft für die Transformation der heutigen Gesundheitsversorgung bewusst. Wir freuen uns darauf, im Rahmen der Digital Therapeutic und Integrated Care Ventures Challenge mit Bayer-Führungskräften eine Partnerschaft zu begründen, die unser gemeinsames Ziel, die Gesundheitsversorgung patientenorientierter zu gestalten, noch weiter vorantreiben wird", fügte Surve hinzu.

Die anderen Start-Ups sind:

  • OKKO Health (UK) - personalisierte Smartphone-Software zur Fernüberwachung der Gesundheit der Augen
  • Wellthy Therapeutics (Indien) - digitales Therapeutikum für das Management chronischer Krankheiten
  • Visotec (Deutschland) - Heimgerät zur automatisierten optischen Kohärenztomographie (OCT) der Netzhaut
  • BioLum Sciences (USA) - BioSense AMD, ein POCT-Gerät, das mit einer proprietären Biomarker-Technologie zur Analyse von Atemwegsentzündungen arbeitet
  • Upside Health (USA) - Ouchie, eine App zur Behandlung chronischer Schmerzen

In der Zwischenzeit werden die unterstützten Start-Ups im Rahmen des „Advance Track“ kommerzielle Verträge mitfinanzieren und abwickeln, auf die laut Bayer "steigende Zahlungen auf Meilensteingrundlage" folgen.

Zu den ausgewählten Partnern zählen Carepay aus Kenia, Einrichter einer mobilen Zahlungsplattform, die Patienten, Zahler und Anbieter miteinander verbindet, und Blackford Analysis aus Großbritannien, das einen kuratierten Marktplatz für medizinische Bildanalyse-Apps und KI-Algorithmen mit klinischem Mehrwert bietet.

Im Weiteren:

  • Prevencio Med (USA) - Tests und Algorithmen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Grundlage des Bluts
  • NeuroTracker (Kanada) - kognitives Trainingsprogramm zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit
  • RelianceHMO (Nigeria) - eine Krankenkasse, die Software, Datenwissenschaft und Telemedizin einsetzt, um den Zugang zu Dienstleistungen zu verbessern und diese erschwinglicher zu machen.

DER ALLGEMEINE TREND

Letzte Woche gab Bayer den Start eines Innovationszentrums in Reading, England, bekannt, das sich auf die Entwicklung von KI-fähigen Bildgebungsprodukten konzentrieren soll, um die Erkennung von Krankheiten und die datengesteuerte Entdeckung von Arzneimitteln zu beschleunigen.

Im September gab das Unternehmen außerdem bekannt, dass es eine kommerzielle Lizenzvereinbarung zur Nutzung der Plattform von OneDrop, einem Unternehmen zur Versorgung von Diabetikern und chronisch Erkrankten, abgeschlossen hat. OneDrop sicherte sich im vergangenen Monat in einer von Bayer angeführten Finanzierungsrunde der Serie B 40 Millionen US-Dollar.

WAS ANDERE MEINEN

Dr. Zsuzsanna Varga, Leiterin des Bayer G4A Digital Health Partnerships-Programms, sagte, die Initiative ebne den Weg für eine Zusammenarbeit, die es allen Beteiligten ermögliche, "neue Lösungen an der Schnittstelle von Gesundheit und Technologie auf den Markt zu bringen".

In einer Erklärung fügte Borukhovich hinzu: "Wir haben eine große Anzahl sehr ausgereifter Start-Up-Anwendungen für die digitale Gesundheit erhalten und freuen uns, gemeinsam neue digitale Lösungen zu entwickeln und zu skalieren, die dazu beitragen, die Gesundheit unserer Patienten und Verbraucher zu verbessern."


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Dies ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Leontina Postelnicu, erschienen auf MobiHealthNews.

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