gematik plant TI 2.0

Deutschlands Telematik-Infrastruktur soll ein umfassendes Architektur-Update erhalten – und nennt sich schon jetzt Plattform für Digitale Medizin. Die gematik hat nun ein Ideenpapier vorgestellt.

von
Anna
Engberg

Um Entlastung für medizinische Behandler und Mehrwerte für Nutzer und Anbieter zu schaffen, möchte die Nationale Agentur für Digitale Medizin, wie sich die gematik jetzt nennt, in Deutschland eine neue Architektur für die Telematik-Infrastruktur (TI) in die Umsetzung bringen.

Die „TI 2.0“ soll Spitzenleistungen in der deutschen Gesundheitsversorgung und darüber hinaus zur grenzüberschreitenden und ortsungebundenen, medizinischen Versorgung von Patienten ermöglichen und auf den sechs Säulen Identitätsmanagement, Erreichbarkeit, Sicherheit, Interoperabilität und Datenstrukturierung, Dienstverteilung und Automatisierung beruhen.

DER HINTERGRUND

Die gematik, ehemals Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, die 2005 ins Leben gerufen wurde, um die Infrastruktur rund um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) aufzubauen und voranzutreiben, befasst sich heute mit der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur (TI), einem umfassenden, sicheren Datennetzwerk zur noch tiefergreifenden Vernetzung aller Beteiligten im deutschen Gesundheitswesen bis hin zu einem kartenlosen Identitätsmanagement von Versicherten.

Der neue Entwurf der gematik sieht jetzt vor, dass die gegenwärtige TI mit verstärktem Fokus auf den drei Kriterien Interoperabilität, Nutzerorientierung und Betriebsstabilität einen Technologiesprung machen soll – indem sie weitreichender digitalisiert wird und einen noch höheren Versorgungsnutzen stiftet.

Als erste Meilensteine im Bereich der Nutzerorientierung bietet die TI ab 2021 mit der elektronischen Patientenakte (ePA) und dem E-Rezept neue Funktionen an, welche die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in der Gesamtbevölkerung insgesamt spürbarer machen. Zielgerade ist dabei ein föderiertes Identitätsmanagement im Gesundheitssektor, in dessen Zentrum fortan nicht mehr die Chipkarte, sondern die elektronische Identität steht.

Die Interoperabilität der TI soll zudem weiter ansteigen, indem sowohl die Standardisierung von Schnittstellen, etwa durch den FHIR-Standard, als auch die Strukturierung der Gesundheitsdaten vorangetrieben wird. Zu letzterem dürfte jetzt auch die deutschlandweit kostenlose SNOMED CT-Lizenz positiv beitragen.

Weitere Schwerpunkte bilden die universelle Erreichbarkeit der TI-Services, ihr stabiler Betrieb unter Wahrung von modernen Sicherheitskonzepten, die Datensouveränität bei verteilten Diensten und die anwendungsübergreifende Integration von Daten.

WAS GESAGT WURDE

Die gematik-Sprecher promoten die TI 2.0 jetzt entsprechend als „Arena für digitale Medizin“. Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik, erklärte, man wolle das Angebot und den Auftrag komplett neu denken: „Wir fungieren als Gastgeber, sichern die Qualität und überwachen die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen und Betriebsregeln.“

Er betonte: „Für die Nutzer stellen wir notwendige Grundfunktionalitäten zur Verfügung. Um im Bild zu bleiben: Wir bieten eine Umgebung, in der Top-Athleten ohne Abstriche ihre Leistungen erbringen können und in der wir alle gemeinsam ein sicheres, faires und qualitatives Zusammenspiel erleben.“

GUT ZU WISSEN

Das Whitepaper zur neuen TI-Architektur hat die gematik hier veröffentlicht.

 

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