Weniger Krankenhauseinweisungen durch Gesundheitsapps

COPD Patienten könnten von mHealth profitieren

von
Anna
Engberg

Chronisch obstruktive Lungen- und Atemwegserkrankungen, kurz COPD, bezeichnen pathologische Einschränkungen des Atemstroms. Weltweit sind rund 600 Millionen Menschen von COPD betroffen, davon etwa vier Millionen in Deutschland und 16 Millionen in den USA.

Ein chinesische Forschergruppe hat jetzt insgesamt sechs internationale COPD Studien verglichen und herausgefunden: die Nutzung von Gesundheitsapps verbesserte das Selbstmanagement von COPD Patienten messbar – und hat das Potenzial, die Anzahl der Krankenhauseinweisungen zu reduzieren.

DER HINTERGRUND

Die sechs Studien aus China, Deutschland, Spanien, Italien und den Niederlanden, die alle bis 2017 veröffentlicht wurden, wurden sorgfältig aus über 4000 potenziell geeigneten Studien ausgewählt und hinsichtlich vier Kriterien untersucht, u.a. der Anzahl von Krankenhauseinweisungen und der Überwachung des Selbstmanagements von COPD Patienten via Telemonitoring über einen Zeitraum von mindestens einem Monat hinweg.

Es wurden dabei nur solche Studien betrachtet, die einen Vergleich zwischen Patienten mit klinischer COPD Diagnose und Zugriff auf therapeutische mHealth Applikationen und ebensolchen Patienten mit Standardversorgung ohne entsprechende mHealth Intervention anstellten.

Die mHealth Applikationen wurden dabei auf den Smartphones der betroffenen COPD Patienten installiert, um diese bei der Aufzeichnung und Überwachung ihrer Vitaldaten zu unterstützen, wie z.B. ihrer Sauerstoffsättigung und Pulsrate, ihrem Blutdruck und allgemein gesundheitsförderlichem Verhalten hinsichtlich körperlicher Aktivität, Ernährung und Medikation.

Während die Vergleichsgruppen ohne mHealth Intervention konventionell therapiert wurden, erhielten die Teilnehmer der entsprechenden Studien per Datenupload an die telemedizinischen Überwachungssysteme der Gesundheitsdienstleister ein personalisiertes Feedback mit dem Ziel, diese zur Selbstkontrolle und einer gesünderen Lebensführung anzuleiten. In drei der Studien erhielten die Patienten ein maßgeschneidertes Coaching zu entsprechenden Aktivitäten über die Smartphone-App.

DIE SCHLUSSFOLGERUNG

An Hand der Krankenhauseinweisungen in den auf die Interventionen folgenden 3-, 6- und 12-monatigen Zeiträumen konnten die Forscher im Rahmen der Meta-Analyse bei Patienten, die eine mobile Gesundheitsapp verwendeten, ein signifikant reduziertes Risiko für eine Krankenhauseinweisung feststellen – verglichen mit der konventionell therapierten Kontrollgruppe. Die durchschnittliche Dauer der Krankenhausaufenthalte bei den beiden Gruppen variierte dagegen nicht.

Die Meta-Analyse der Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von Gesundheitsapps legt nahe, dass eine auf mobilen Gesundheitsapps basierte COPD-Therapie das Aktivitätslevel und Selbstmanagement der Patienten verbessert und damit die Zahl der Krankenhauseinweisungen reduzieren kann. Die entsprechenden Smartphone-Apps wurden von den Patienten mit COPD im Vergleich zu konventionellen Interventionen als leicht erlernbar und nutzbar bewertet, hieß es in der Zusammenfassung der Studie.

Die Bereitschaft zur Teilnahme und Verhaltensänderung sei bei mHealth Applikationen auf dem eigenen Smartphone stärker ausgeprägt als bei anderen elektronischen Geräten, schlussfolgerten die Wissenschaftler. Sie führten dies darauf zurück, dass Patienten die Kontinuität der Behandlung ausgeprägter wahrnahmen, wenn sie ihre Daten digital an die behandelnden Forscher versendeten.

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