Gesundheits-Apps an der Börse

Über spezialisierte Fonds können Anleger Geld mit Digital Health verdienen

von
Anna
Engberg

Die Chancen für Anleger im Digital Health Sektor steigen. Mit der in Zukunft möglichen Erstattung von digitalen Anwendungen wie Gesundheits-Apps über das im November verabschiedete Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), ergeben sich für die Branche neue Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland.

Spezialisierte Fondberater prognostizieren jetzt, dass Anleger durch eine breite Streuung in verschiedenen Aktien und Regionen digitale Gesundheitsunternehmen nicht nur unterstützen, sondern auch am Wachstum des digitalen Gesundheitsmarkts partizipieren können.

Vor allem Apps aus der ärztlichen Diagnostik und Therapie werden Finanzexperten zufolge als vielversprechende Geschäftsbereiche für Anleger angesehen, die in den Gesundheitsmarkt investieren wollen.

DER HINTERGRUND

Gerade für junge Healthcare-Unternehmen besteht die größte Schwierigkeit derzeit noch darin, eine Erstattung durch die Krankenkassen zu bekommen. Werden jedoch, so wie aktuell durch das Digitale-Versorgung-Gesetz, die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, kann dies dem Sektor und speziell jungen Digital Health Unternehmen deutlichen Rückenwind verleihen, glauben Fond-Berater bei der Apo Asset, einer deutschen Gesellschaft, die mehrere auf Digital Health ausgerichtete Aktienfonds unterhält, darunter auch solche mit Spezialisierung auf Gesundheits-Apps.

Im Fokus der Investoren stehen dabei insbesondere Apps, welche Patienten, Verwandte und Ärzte bei der besseren Überwachung und Behandlung ihrer chronischen Krankheiten unterstützen, wie z.B. für Diabetes-bedingtes Insulinmanagement oder „Erste-Hilfe“-Unterstützung bei psychischen Erkrankungen durch telemedizinische Konsultation.

Doch auch mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz als positivem Impuls werde sich die Investment-Landschaft nicht über Nacht verändern, betonte Hendrik Lofruthe, Portfolio Manager Healthcare der Apo Asset Management GmbH gegenüber Healthcare IT News.

„Das ist vielmehr ein Prozess, durch den sich in Zukunft hoffentlich mehr deutsche und europäische Unternehmen im Digital-Health-Markt behaupten können", hofft der Investmentberater. Vorstoß dazu leiste die Apo Asset seit 2017 mit ihrem spezialisierten deutschen Aktienfonds „apo Digital Health“, der auch international investiere.

WAS GESAGT WURDE

"Dieser Fonds hat sich Digital Health als Kernthema gesetzt und befasst sich in Teilen mit Gesundheits-Apps und Anwendungen aus der digitalen Gesundheit. Zu seinem Investmentbereich gehören Unternehmen, die ihr Geld mit Apps verdienen, wie zum Beispiel telemedizinische Unternehmen wie Teladoc, die ärztliche Beratung über Telefon, iPad und Video-Chat im 1:1-Gespräch umsetzen, aber auch Unternehmen wie Livongo, die Apps zum Management chronischer Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck einsetzen“, erklärte Lofruthe.

Der digitale Gesundheitsbereich spiele sich an der Börse aber weiterhin überwiegend noch in den USA ab, kommentierte er: „Daher kommen in unserem Digital Health Fonds auch rund zwei Drittel der Aktien aus den USA.”

Das habe primär zwei Gründe: Durch die Regulierung sei es in den USA zum Einen viel einfacher, mit neuen Geschäftsmodellen groß zu werden als in Deutschland, wo die gesetzlichen Hürden deutlich höher sind. Zum Anderen sei es in den USA für kleinere, junge Unternehmen deutlich einfacher, an Risikokapital zu kommen und schneller zu wachsen, erklärte der Investmentberater: "Wir bei der Apo Asset gehen jedoch davon aus, dass zukünftig auch in Europa vermehrt Unternehmen dieses Thema aufgreifen und irgendwann an die Börse gehen."

DER GRÖSSERE TREND

Während der Markt für Gesundheits-Apps im deutschsprachigen Raum noch relativ jung ist, gibt es im Ausland bereits einzelne Unternehmen, die ihr Geld mit Gesundheits-Apps an der Börse verdienen, darunter Livongo aus den USA.

Laut Einschätzung der Investmentberater bei Apo Asset wird der deutschsprachige Markt für Gesundheits-Apps in den nächsten Jahren noch weiter wachsen und durch eine größere Ausdifferenzierung auch für Investoren attraktiver werden.

Weitere Informationen erhalten Sie HIER

Auch für Sie interessant

Wir brauchen Innovationsmanagement

HIMSS TV Interview mit Ibo Teuber, Director Health Care bei Deloitte

Europas Herausforderungen: Fragmentierung und Regulierung

Der EIT Health Summit analysierte den digitalen Gesundheitsmarkt im US-Vergleich

Debatte und Patientenbedürfnis gehen auseinander

HIMSS TV Interview mit Thomas Lemke, CEO der SANA Kliniken