Hautkrankheit per Foto erkennen

Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) führt Web-Beratung OnlineDoctor in Deutschland ein

von
Anna
Engberg

Das Schweizer Start-Up OnlineDoctor steht seit kurzem mit der gleichnamigen Web-Anwendung auch deutschen Dermatologen und Hautpatienten zur Verfügung. Die 2016 gegründete, teledermatologische Plattform, die in der Schweiz bereits seit Oktober 2017 erfolgreich genutzt wird, wird laut einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) jetzt auch hierzulande angeboten.

Wie das Start-Up im Januar mitteilte, haben sich in Deutschland in den ersten Wochen mehr als 150 Dermatologen für die Teilnahme registriert. In der Schweiz nimmt bereits jeder fünfte Hautarzt an der Teleberatung teil.

DER HINTERGRUND

Innerhalb von 48 Stunden, so verspricht es die neue digitale Anwendung OnlineDoctor.de, haben Patienten eine Diagnose von einem in Deutschland zugelassenen Facharzt zu einem spezifischen Hautproblem. Dabei erfolgt die Beurteilung an Hand eingesendeter Bilder, die sich einem vorstrukturierten Interview anschließt.

Die kostenfreie Nutzung für Ärzte und die verhältnismäßig einfache Integration in den Praxisalltag nebst attraktiver Vergütung sollen dabei ausschlaggebend für die bisherige Teilnahmequote auf Ärzteseite sein. Diese benötigen für die Registrierung als teledermatologisch beratender Hautarzt lediglich IBAN, E-Mailadresse und LANR.

Organisiert hat die Expansion im deutschsprachigen Raum der BVDD, der als strategischer Partner des Schweizer Start-Ups seit Juli 2019 eine GmbH in Hamburg und Berlin aufgebaut hat. Dem BVDD gehören rund 90 Prozent der niedergelassenen Dermatologen in Deutschland an.

Patienten, die den teledermatologischen Dienst für je 39 Euro pro Diagnosenstellung in Anspruch nehmen wollen, wählen über die Plattform OnlineDoctor zunächst einen Hautarzt ihres Vertrauens aus, beschreiben Symptomatik und Beschwerden und fotografieren im weiteren Verlauf das entsprechende Hautproblem. Dabei soll der Datenschutz per SSL/TLS Verschlüsselung nebst Zwei-Faktor-Authentifizierung gewährleistet werden, heißt es beim Anbieter.

Die fachärztliche Ersteinschätzung nebst Therapieempfehlung erfolgt dann innerhalb von 48 Stunden nach der Kontaktanfrage. Die Ersteinschätzung gilt jedoch nicht als abschließende, medizinisch gesicherte Diagnose, weshalb die Betreiber den telemedizinischen Dienst als „Ergänzungsleistung zum persönlichen Arztbesuch“ bezeichnen. Die Erfahrungswerte aus der Schweiz zeigen laut Anbieter dabei jedoch, dass nur 15 Prozent der digitalen Erstdiagnosen zu einer Überweisung an den Facharzt vor Ort führen.

WAS GESAGT WURDE

„Der Fachbereich (Anm.: Dermatologie) eignet sich wie kaum eine andere medizinische Disziplin für eine ärztliche Einschätzung per Bild. Sehr viele Hautkrankheiten lassen sich per Blickdiagnose erkennen, zudem sind im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen meist keine Blutproben oder ähnliches notwendig“, erklärte Leonie Sommer, Geschäftsführerin bei OnlineDoctor.

Sommer betonte, dermatologische Expertise würde so für jeden zugänglich gemacht. Das berge wiederum großes Wachstumspotenzial: „Es ist viel empfehlenswerter, über OnlineDoctor eine erste fachärztliche Einschätzung einzuholen, als pflegebedürftige oder schwer kranke Menschen den Anstrengungen eines Praxisbesuchs auszusetzen“, erklärte sie.

Der Dermatologe und Mitbegründer Dr. Paul Scheidegger fügte hinzu: „Einzelfälle zeigen uns schon jetzt, wie die Plattform Kosten- und Zeitaufwand reduziert.“

„Der Patient bekommt bei OnlineDoctor – anders als bei Wettbewerbern – immer fachärztliche Qualität, „seinen“ Hautarzt und im Zweifel einen persönlichen Kontakt. Zudem verstopfen Bagatellen nicht mehr die Sprechstunde und werden dennoch zur Zufriedenheit des Patienten behandelt“, kommentierte BVDD-Präsident Dr. med. Klaus Strömer das neue digitale Angebot.

GUT ZU WISSEN

In Deutschland werden die Kosten für die digitale Hautarzt-Konsultation derzeit noch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Bei Privatversicherten besteht diese Möglichkeit grundsätzlich schon, muss im Einzelfall jedoch abgeklärt werden. Für Patienten entfallen so Wege und Wartezeiten in Bezug auf die Terminvergabe sowie auch vor Ort.

Der Dienst OnlineDoctor.de kann grundsätzlich ortsungebunden, d.h. auch aus dem Ausland, in Anspruch genommen werden, solange der Patient seinen dauernden Wohnsitz in Deutschland hat.

Für weitere Informationen klicken Sie bitte HIER

Auch für Sie interessant

Your search returned no results.