Deutschland im Blick: Healthcare-Barometer 2021

PwC Deutschland hat die Ergebnisse einer neuen Umfrage veröffentlicht. Demnach sind die Deutschen mit ihrem Gesundheitssystem zufriedener als je zuvor – und doch skeptisch mit Blick auf die Pandemie.

von
Anna
Engberg

72 Prozent der Deutschen glauben, dass das deutsche Gesundheitssystems zu den drei besten Systemen der Welt gehört - so die Ergebnisse einer Befragung von 1000 Deutschen, die PwC Deutschland auf dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie durchgeführt hat.

Mitte Februar veröffentlichte das Wirtschaftsprüfungsunternehmen seine Umfrageergebnisse im Healthcare-Barometer 2021.

DER HINTERGRUND

Wie die Studie zeigt, ist das Vertrauen in die hiesige Gesundheitsversorgung unabhängig vom Alter der Befragten mit über 70 Prozent in allen Altersgruppen sehr hoch. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Vertrauen in die deutsche Gesundheitsversorgung damit um 20 Prozent gewachsen.

Im Einzelnen ging das Healthcare-Barometer auf die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Krankenversicherung, der Leistung von Krankenhäusern und auf das Image von Pharmakonzernen ein: während die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Krankenkasse (88 Prozent im Jahr 2021) bereits seit 2014 durchgängig auf hohem Niveau liegt, wünschen sich dennoch viele Bürger zusätzliche Investitionen, vor allem in die Krankheitsprävention (55 Prozent) gegenüber Heilung und Therapie (45 Prozent).

Das meiste Geld werde seitens der Kassen aktuell für Behandlungsverfahren ausgegeben, resümierte Michael Burkart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland: „Die Deutschen haben erkannt, dass wir in der Bekämpfung von chronischen Krankheiten mit dem Fokus auf Therapie statt Vorsorge nicht mehr weiterkommen.“

Die Wertschätzung der klinischen Versorgung ist dem Bericht zufolge gegenüber dem Vorjahr von rund 50 auf knapp 75 Prozent angestiegen – was laut PwC auf die Corona-Krise zurückzuführen ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Image der Pharmakonzerne, die bei der Pandemiebekämpfung durch die Impfstoffentwicklung in den medialen Fokus gerückt sind. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Deutschen nimmt die Arbeit dieser Unternehmen inzwischen als wichtigen Beitrag wahr.

Trotz des wachsenden Vertrauens in Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen und Pharmaunternehmen in Deutschland ist die Skepsis gegenüber tatsächlichen Verbesserungen im pandemischen Alltagsgeschehen groß: nur vier Prozent glauben an eine Rückkehr zur Normalität bis Mitte 2021; ein Viertel erwartet dies zum Jahresende 2021 und weitere 17 Prozent erst Ende 2022.

Immerhin: acht von zehn Deutschen würden sich dem Healthcare-Barometer zufolge impfen lassen, wenn keine größeren Nebenwirkungen zu erwarten sind.

WAS GESAGT WURDE

Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland, sagte: „Die COVID-19-Pandemie schärft den Blick auf die Stärken und Schwächen unseres Gesundheitssystems. Gerade in der Intensivmedizin ist Deutschland gut aufgestellt und erleidet bisher keine Engpässe wie zahlreiche andere Länder. Gleichzeitig werden aber auch Schwachstellen offenkundig, etwa die Folgen des enormen Fachkräftemangels in der Pflege.“

Er fügte hinzu: „Bei der positiven Bewertung von Krankenhäusern spielt sicher auch eine Rolle, dass die mediale Berichterstattung während der Pandemie den Bürgern erstmalig einen Einblick in die Krankenhauslandschaft anderer Länder und damit einen Vergleich ermöglicht.“

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