Ja zum E-Rezept

TK-Studie: knapp zwei Drittel der Deutschen befürworten das Rezept auf dem Handy. Ein bundesweites Versorgungsnetz für die Apotheken steht bereits in den Startlöchern.

von
Anna
Engberg

62 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, in Zukunft das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, beim Einlösen in der Apotheke zu verwenden. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse, dem größten deutschen Krankenversicherer.

Wie die TK in der Pressemitteilung außerdem mitteilte, läuft bereits ein TK-Projekt zu einem bundesweiten Versorgungsnetz, an das sich aktuell über 1000 Vor-Ort-Apotheken anschließen wollen.

DER HINTERGRUND

Die Forsa befragte im Mai 2020 im Auftrag der TK 1000 Deutsche zu der neuen Möglichkeit, Rezepte auf dem Handy vorzuzeigen oder direkt an die Apotheke zu senden.

Unterschiede zeigten sich vor allem in den Altersgruppen: bei den jüngeren Versicherten im Alter zwischen 18 und 39 Jahren ist die Akzeptanzrate zum E-Rezept mit 77 Prozent besonders hoch, ergab die Studie. Unter den 40- bis 59-Jährigen würden immerhin 70 Prozent in der Apotheke das Rezept auf dem Handy vorzeigen. Mit 39 Prozent fiel die Prognose zur voraussichtlichen Nutzung des E-Rezepts bei den über 60-Jährigen am geringsten aus. Mit 80 Prozent war die Zustimmung zur E-Rezept-Nutzung über das Smartphone bei allen Befragten mit Kindern am höchsten.

Seit Beginn 2019 arbeitet die TK an einem Projekt, das die digitale Ferndiagnostik und -behandlung bis hin zur digital gestützten Medikamentenausgabe realisiert. Auch Krankschreibungen können darin elektronisch übermittelt werden. Jetzt wollen sich mehr als 1000 Vor-Ort-Apotheken dem Versorgungsnetz anschließen, heißt es bei der TK.

Über eine Schnittstelle mit den Apothekendienstleistern NARZ/AVN und Noventi könnten zukünftig bis zu 10.000 Apotheken angebunden werden. Eine weitere Ausdehnung durch zusätzliche Kooperationen mit u.a. ARZ Haan, DRZ und dem Softwareunternehmen Pharmatechnik ist geplant. Überdies werden auch Versandhändler wie DocMorris Teil des neuen Versorgungsnetzes werden.

WAS GESAGT WURDE

Die Zahlen zeigten eindrucksvoll, dass die Menschen längst für den Einsatz des elektronischen Rezepts bereit seien, kommentierte Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei der TK: „Es wird höchste Zeit, dass wir die Möglichkeiten der Digitalisierung bei der Verordnung und Abrechnung von Medikamenten nutzen. Es ist absurd, dass wir elektronische Daten derzeit auf Papier drucken, um sie anschließend wieder per Scanner zu digitalisieren."

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