Ja zur DNA-Sequenzierung

Deutschland schließt sich 1+ Million Genomes Initiative an

von
Anna
Engberg

Deutschland wird sich zukünftig stärker im Bereich der Genom-Sequenzierung engagieren und schließt sich als 21. EU-Land der europaweiten Initiative „1+ Million Genomes“ an, über die Healthcare IT News bereits im Mai 2019 berichtete.

Dafür habe man jetzt eine Erklärung unterzeichnet, nach der es in der EU bis 2022 mindestens 1 Million sequenzierte Genom-Datensätze geben soll, teilte die Europäische Kommission in einer Pressemitteilung Mitte Januar mit.

DER HINTERGRUND

Die Erklärung wurde 2018 ins Leben gerufen, um im Zuge einer verbesserten Zusammenarbeit bei menschlichen Genom-Daten Fortschritte in der Krankheitsprävention zu erzielen, personalisierte Therapien und Präzisionsmedizin zu fördern und die öffentliche Gesundheit über die klinische Forschung besser zu unterstützen.

Der Zugriff auf eine bedeutende Menge an Genom-Daten in Europa ist somit nicht nur für die Forschung und das Verständnis von Krankheiten elementar, sondern bringt Verbesserungen für Diagnostik und Therapieprogramme mit sich.

Die drei Fokusbereiche der an der Initiative beteiligten Länder sind Krebsmedizin, seltene Erkrankungen sowie allgemeine und komplexe Krankheitsbilder.

Bislang wurden Datensets mit DNA-Sequenzierungen entweder im Rahmen von Forschungsprojekten oder im Zuge nationaler Genom-Programme erhoben wie beispielsweise im FinnGen-Projekt. Solche Datensätze sind zumeist verstreut oder nicht zugänglich, so dass es das Anliegen der neuen Initiative ist, sie zu einer größeren Datenkohorte sicher zusammenzuführen.

Die Erklärung, welche die EU-Datenschutzbestimmungen berücksichtigt, ist mittlerweile von 21 EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen unterzeichnet worden und steht allen EU, EEA und EFTA Länder zur Teilnahme offen.

WAS GESAGT WURDE

„Deutschlands Engagement bei dieser Initiative, die den Zugriff auf genomische Daten in ganz Europa sicherstellt, wird den kollektiven Nutzen, der aus dieser Kooperation gezogen werden kann, und das Potenzial, EU-Bürgern die bestmögliche Behandlung und Diagnostik zu bieten, weiter vergrößern. Ebenso wird dies auch fundamental die Art und Weise transformieren, wie Gesundheitssysteme Prävention durch Innovation verbessern“, sagte Thierry Breton, Kommissar für den Binnenmarkt, mit Blick auf die deutsche Zustimmung zu der Initiative.

„Ich begrüße die Verpflichtung Deutschland zu dieser wichtigen Initiative, die Millionen Europäern durch die Verbesserung von personalisierter Medizin und Krankheitsprävention helfen wird. Genomisches Datenmanagement und Interoperabilität sind wichtiger denn je im Gesundheitswesen, aber wir müssen Standardmethoden und Tools etablieren. Die „One Million Genome Initiative“ zeigt, wie Forschung konkret zum Leben der EU-Bürger beiträgt“, betonte Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Bildung, Kultur und Jugend.

GUT ZU WISSEN

Die Initiative ist Teil der EU-Agenda zur digitalen Transformation von Gesundheitswesen und Pflege, die sich der langfristigen und nachhaltigen Förderung von Gesundheits- und Pflegesystemen in der EU durch den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Big-Data-Analytik und High Performance Computing (HPC) verschrieben hat.

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